2026-001/documents/praxis/pages/085.md
KPG Mentor 0cec1b5740 feat: extract individual page markdown files from PDFs
Generated pages/ subfolders for all documents:
- arbeit: 386 pages
- praxis: 297 pages
- EPG: 11 pages

Page numbers are 0-based PDF indices matching the book viewer.
Extracted using pdftotext.
2026-03-05 11:13:56 +00:00

2.8 KiB
Raw Blame History

Hochuli Freund

31.7.17 S. 85

KPG als Beitrag zum ethischen Handeln in der Sozialen Arbeit

Ein weiterer Schritt zur Vergegenwärtigung der Notwendigkeit zur Kooperation im Alltag Sozialer Arbeit liegt in der konsequenten Aufforderung zum kooperativen Handeln innerhalb des Prozessmodells. In jedem einzelnen Prozessschritt von KPG wird die Notwendigkeit von Kooperation thematisiert, die Vorschläge zur methodischen Gestaltung werden konsequent hinsichtlich ihres kooperativen Potenzials analysiert, und die Evaluation jedes einzelnen Handlungsschritts beinhaltet Fragen zu Gestaltung und Qualität des Kooperationsprozesses. Kooperation ist in diesem Konzept und Modell kein sozial erwünschtes Etikett, sondern eine Denk- und v. a. Handlungsweise, die konsequent eingefordert wird. Damit erinnert KPG nicht nur theoretisch und argumentativ an die Notwendigkeit zur Kooperation sie belässt es nicht bei Worthülsen und beim Abnicken des ethisch und moralisch Sinnvollen. Eine Orientierung am Konzept und am Modell KPG bedingt die Übersetzung des Kooperativen Denkens in Kooperatives Handeln und entfaltet dann eine ethisch-moralische Wirkung in den konkreten Handlungsvollzügen Sozialer Arbeit.

3

Kooperative Prozessgestaltung als Beitrag zum ethischen Handeln

Im Rahmen der drei untersuchten Elemente »Umgang mit Nicht-Standardisierbarkeit«, »Soziale Diagnostik« und »Kooperation« wird also die ethische Reflexion professionellen Handelns in der Sozialen Arbeit in unterschiedlicher Art und Weise eingefordert und unterstützt. Die Frage, ob KPG einen Beitrag zum ethischen Handeln leistet, scheint damit bereits beantwortet. Dieses Ja muss aber differenzierter betrachtet werden. Die Wirkungsmöglichkeiten eines theoretischen Konzepts sind naturgemäss begrenzt es muss sich der Realität der Handlungspraxis sozialer Organisationen stellen und sich dort bewähren. Die KPG fordert zwar ethische Reflexion ein wie differenziert und vertieft diese Reflexion erfolgt und inwiefern sie in konkretes Handeln übersetzt wird, liegt aber ausserhalb ihres Einflussbereichs. Einiges steht der Realisierung ethisch reflektierter Handlungen in der Sozialen Arbeit entgegen: Die Reflexion ganz unterschiedlicher und hochkomplexer Problemlagen fordert hohe kognitive, fachliche und methodische Kompetenzen von den Professionellen, und nach wie vor setzen organisationale Rahmenbedingungen den Handlungsmöglichkeiten z. T. enge Grenzen. Ganz besonders hervorzuheben scheint aber angesichts der obigen Ausführungen, dass eine 4 Einige Praxisorganisationen orientieren sich zwar offiziell am Konzept der KPG, verwenden intern aber Bezeichnungen wie »Professionelle Prozessgestaltung« oder »Sozialpädagogische Prozessgestaltung«. Damit geht eine deutliche Schwächung des im Konzept verankerten kooperativen Denkens und Handelns einher.

85