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Hochuli Freund
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31.7.17 S. 31
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Anforderungen an professionelles Handeln
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zeptionen und Leitlinien für deren Umsetzung in der Praxis, die im Weiteren
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genauer betrachtet werden.
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2.4
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Strukturierung des Handelns
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Damit das Vorgehen in der Sozialen Arbeit geplant und überprüft werden kann,
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ist es erforderlich, dieses zu strukturieren. Dazu gibt es verschiedene Vorschläge,
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die in der Regel eine Phasierung und/oder Unterteilung des professionellen Handelns in einzelne Schritte beinhalten. Solche Strukturierungshilfen sind im Diskurs dauerhaft von Bedeutung und weisen viele Gemeinsamkeiten auf. Eine
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Strukturierung des Handelns kann daher als weitere Anforderung an professionelles Handeln angesehen werden. Die vorliegenden Strukturierungshilfen jedoch sind noch unvollständig oder zumindest nicht gut in der Praxis etabliert.
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Dewe et al. bemängeln, dass es bisher nicht ausreichend gelungen sei, ein angemessenes Konzept von Professionalität für die Praxis zu entwerfen (vgl.
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2011:27). Auch Heiner stellt eine Lücke fest, da die Voraussetzungen dafür
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hauptsächlich theoretisch diskutiert wurden und kaum in handlungsleitende
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Modelle gemündet sind. Diese bestehen deshalb nur in groben Zügen (vgl. Heiner 2004:37f.). Professionelles Handeln zu systematisieren, ist im Diskurs noch
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nicht abschliessend geklärt, und es besteht nach wie vor der Bedarf nach einer
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solchen, geeigneten Konzeption. Einige der aktuelleren Systematisierungsversuche werden nun präsentiert und anhand der Anforderungen an professionelles
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Handeln – insbesondere der zentralen Kompetenzen – kritisch beurteilt bzw. geprüft, inwiefern sie diese Handlungsanforderungen berücksichtigen. Auch die
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Methodik KPG wird dabei einbezogen.
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Müller verwendet ein allgemeines Modell professionellen Handelns (siehe
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Abb. 2), das auch in anderen Professionen zur Anwendung kommt. Er bezeichnet es als das bekannteste Modell, das aus den Schritten Anamnese, Diagnose,
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Intervention und Evaluation besteht (vgl. 2012:65). Zudem unterteilt er einen
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Fall in drei Dimensionen: einem Fall von, mit dem er die Verwaltungs- und Bürokratieebene anspricht, einem Fall für, womit die Kooperation mit anderen Fachkräften und Institutionen gemeint ist, und einem Fall mit, der sich auf die Arbeitsbeziehung mit den Klientinnen und Klienten bezieht (vgl. ebd.:41–43). Zu
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jedem Schritt gibt es auf den drei Falldimensionen unterschiedliche Aufgaben zu
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bewältigen (vgl. ebd.:77, 98). Eine solche Einteilung ist zunächst sehr hilfreich,
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greift insgesamt aber zu kurz, da sie den Hilfeprozess nur vereinfacht und in
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Grundzügen darstellt und viele der zentralen Kompetenzen nicht enthalten sind.
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Der Entwurf von Stimmer ist weitaus umfangreicher und scheint die Anforderungen grundsätzlich zu berücksichtigen (siehe Abb. 3). Lediglich die Kooperation auf der Fachebene ist nicht explizit enthalten. Ein Arbeitsbündnis mit
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Klientinnen und Klienten zu schliessen, wird allerdings nicht nur zu Beginn,
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sondern auch im Verlauf einer Zusammenarbeit immer wieder nötig sein.
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Hauptkritikpunkt an Stimmers Modell ist jedoch, dass die Kompetenzen, Informationen zu sammeln, zu analysieren und zu diagnostizieren, unter nur einen
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einzigen Punkt gefasst und nicht genauer voneinander unterschieden werden.
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