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Hochuli Freund

31.7.17 S. 286

Teil 3 Fallarbeit mit KPG

mehr Unabhängigkeit entspricht, ist es aus meiner Sicht sinnvoll, wenn sie eine Bezugsperson in ihrem Unterstützungssystem hat, zu der sie eine vertrauensvolle Beziehung pflegt und die weitere Professionelle koordinieren kann. Dies könnte neben der möglichen mandatstragenden Person, ihr Psychiater, die Person der psychiatrischen Heimpflege oder ihre Sozialarbeiterin sein. Als Folgerung für die Weiterarbeit im Fall von Frau G. nach dem Klinikaustritt können nebst der Weiterführung der personenzentrierten Arbeit umgebungsorientierte Aufgaben genannt werden (vgl. Pauls 2013:190). Es soll also nicht nur die Klientin im Mittelpunkt der Fallbearbeitung stehen, wie das in der Klinik der Fall war, auch ihr soziales Umfeld soll aktiv in die Fallbearbeitung einbezogen werden. Aus der Fallbearbeitung wurde nämlich ersichtlich, dass viele Schwierigkeiten von Frau G. mit ihrem sozialen Umfeld zusammenhängen. Die Weiterarbeit mit Bezugspersonen von Frau G. kann deshalb sinnvoll für ihre weitere Entwicklung sein. Die weitere Fallarbeit mit Frau G. und ihren Bezugspersonen (Ehemann, Kinder, Freundinnen) könnte durch die Sozialarbeiterin von Frau G., durch die Bezugsperson der Heimpflege oder dem Psychiater erfolgen. Selbstreflexion: Das Beratungsende wurde mit einem Aufwand erreicht, das ich als angemessen für das Ergebnis betrachte. Auch für Frau G. haben die fünf Beratungsgespräche gestimmt. Die Schritte der Analyse und Diagnose waren möglicherweise etwas zu ausführlich geplant und durchgeführt. Im Endergebnis haben sie die Klientin aber angeregt, sich selber Ziele zu setzen und diese umzusetzen. Insgesamt fünf Beratungsgespräche sind auch eher viel für die klinische Sozialberatung, gemessen am Ertrag sind sie aber angemessen. In Bezug auf die Zusammenarbeit mit den anderen Professionellen habe ich der Pflege und dem Psychiater möglicherweise zu wenige meiner Erkenntnisse mitgeteilt. Damit die Pflege direkt an meine Erkenntnisse aus der Analyse und Diagnose hätte anschliessen können, hätten sie ausführliche Informationen dazu von mir gebraucht. Sicher haben sie durch die Wünsche und angestrebten Ziele von Frau G. gemerkt, dass sie sich schon viele Gedanken zur weiteren Bearbeitung gemacht hat. Der wöchentliche kurze Austausch war sehr gut, dort haben die anderen Professionellen den aktuellen Stand unserer Fallbearbeitung erfahren und konnten ihrerseits mit der Patientin ungefähr am gleichen Ort anknüpfen.

3

Reflexion und Erkenntnisse

Zunächst werden theoriegeleitete Erkenntnisse für das Arbeitsfeld der Spitalsozialarbeit diskutiert, die sich anhand dieser Fallbearbeitung verdeutlichen lassen. Abschliessend werden die eigenen Erfahrungen mit der Methodik KPG reflektiert. 286