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kurz vorgestellt und diskutiert werden.
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12.3.1 Konzepte als Handlungsorientierung
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Mit der Ausdifferenzierung verschiedenster Praxisfelder der Sozialen Arbeit
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seit dem sog. Psychoboom ( Kap. 6.1.2) wie auch im Zuge der
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zunehmenden Professionalisierung wurden seit den 1980er Jahren einige
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handlungsleitende Konzepte entwickelt, die ein hohes Maß an
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Generalisierbarkeit aufweisen und die Funktion einer
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Handlungsorientierung innehaben. Die bekanntesten unter ihnen sind
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Empowerment, Lebensweltorientierung, Lösungsorientierter Ansatz und
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Partizipation. Auf der anderen Seite können diese Konzepte bezogen auf ein
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bestimmtes Praxisfeld die Form einer Methode aufweisen (wie z. B.
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lösungsorientierte Beratung oder lebensweltorientierte Kinder- und
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Jugendhilfe). Ihnen gemeinsam ist neben der theoretischen Fundierung,
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dass sie grundsätzlich auf alle Praxisfelder übertragbar sind, weil sie
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grundlegende Prinzipien der Sozialen Arbeit aufnehmen und diese als
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übergreifende Norm- und Wertvorstellungen formulieren.
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So bezeichnet Thiersch sein Konzept der Lebensweltorientierung als
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grundlegende Orientierung sozialpädagogischer Praxis. Auftrag einer
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Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit ist, die soziale Gerechtigkeit
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bezüglich Lebensressourcen zu fördern sowie die Entwicklung jedes
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einzelnen Menschen zu fördern. Sie soll traditionelle
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Unterstützungsaufgaben (wie z. B. Bekämpfung von Armut) mit
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lebensweltorientierten Hilfen zur individuellen Lebensbewältigung
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verbinden, und sie hat sich in ihrer Ausrichtung im Rekurs auf die jeweils
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gängigen lebensweltlichen Strukturen und den damit sich ergebenden
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Konstellationen zu spezialisieren. Dazu entwickelt Thiersch verschiedene
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Handlungsprinzipien – wie Prävention, Partizipation, Alltagsnähe etc. –,
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welche die Gewichtung und Gestaltung sozialer Dienstleistungen
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bestimmen (vgl. Grunwald/Thiersch 2011:859).
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Über das Konzept des Empowerments oder den Lösungsorientierten
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Ansatz ( Kap. 11.2) ließe sich in analoger Weise Ähnliches aussagen. Die
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Konzepte eignen sich sowohl für die Arbeit mit Einzelnen und Gruppen wie
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auch für Organisationen und regionale Einheiten. Sie dienen als
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Hintergrundfolie für die Interventionsplanung und müssen jeweils
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fallspezifisch dem Kontext angepasst werden.
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Wie sich aufgrund der Ausführungen zu den Strukturmerkmalen (
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Kap. 3.2) erahnen lässt, sind an handlungsleitende Konzepte in der Sozialen
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Arbeit hohe Ansprüche zu stellen, damit sie der Komplexität des
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Arbeitsfeldes gerecht werden. Sie müssen fachlich fundiert sein, d. h., von
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den ethischen und anthropologischen Grundannahmen bis zur
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theoriegeleiteten Ausgestaltung von praxisfeldspezifischen Techniken
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sollen sie in sich zusammenhängend sein (vgl. Stimmer 2012:33, 35 f.).
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Solche Konzepte bilden einen Rahmen, in dem diagnosegestützt
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Interventionen geplant und einer kritischen Diskussion unterzogen werden
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können. Darüber hinaus ist ihnen eine ganz bestimmte ›Philosophie‹ eigen,
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mit der sich ein Sozialarbeiter auseinandersetzen hat und die er
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verinnerlichen soll. Die Konzepte können nicht als Werkzeuge oder
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Instrumente, mit denen bestimmte Handgriffe auszuführen sind, verwendet
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