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Raw Blame History

sondern als Zumutung erlebt, weil er sich subjektiv nicht als 24-jähriger Mann einstuft (wie er unlängst seiner Bezugsperson mitgeteilt hat, fühle er sich als ein Niemand, der von allen abhängig sei). Böhnisch unterscheidet vier Grunddimensionen der Spannung von Lebensbewältigung und sozialer Integration, die von Menschen in biografischen Krisen aktiviert werden (vgl. 2008:49). Gehen wir von der Einschätzung aus, dass sich der Klient P. in einer biografischen Krise befindet (seinen Aussagen gemäß gehe im Moment gar nichts mehr und er fühle sich nur noch niedergeschlagen) und betrachten wir den Rückzug von P. als Bewältigungsverhalten, so ist zu überlegen, welche der vier von Böhnisch vorgeschlagenen Dimensionen zur Erhellung beigezogen werden können. Davon ausgehend, dass P. sich als Niemand fühlt was durch alltägliche Beobachtungen der Sozialpädagoginnen, die im Journal festgehalten sind, gestützt wird , ist anzunehmen, dass P. sich als wenig selbstwirksam erlebt. Somit ist die Selbstwertdimension angesprochen (vgl. ebd. 51 ff.). Die zweite Dimension psychosozialer Rückhalt und soziale Sicherheit scheint weniger prekär, da P. einerseits durch das Sozialversicherungssystem (IV-Rente) abgesichert ist und in der Einrichtung seit zwei Jahren eine Milieustruktur erlebt, die ihm Rückhalt und soziale Orientierung geben kann (vgl. ebd. 62 ff.). Allerdings und dieser Punkt wird möglicherweise offen bleiben scheint er sich im Moment wenig auf die Angebote der Professionellen einlassen zu können. Sein Rückzugsverhalten könnte auch Ausdruck einer sozialen Orientierungslosigkeit sein, was mit der dritten Dimension zu erläutern ist (vgl. ebd. 66 ff.). Auch die vierte Dimension (Verlust von Handlungsfähigkeit) ist zu erhellen, weil der Klient sich fast ausschließlich auf bestimmte Räume fokussiert und damit den Eindruck erweckt, dass sein Bewältigungsverhalten nach noch verfügbaren Räumen drängt (vgl. ebd. 69 ff.). In Beschränkung auf eine exemplarische Fallbearbeitung konzentrieren wir uns nun einzig auf die Selbstwertdimension und lassen die dritte und vierte Dimension außen vor. Die Einschätzung, ein Niemand zu sein, nichts bewirken zu können, es, wie P. sagt, nicht einmal zu schaffen aufzustehen oder sich für die leichte Küchenarbeit aufzuraffen, könnte Ausdruck einer großen existentiellen Verunsicherung sein, die Gefühle von Hilf-, Macht- und Wertlosigkeit sowie des Ausgesetzt- und Auf-sich-Zurückgeworfen sein aktualisieren (vgl. Böhnisch 2008:52). Die existentielle Verunsicherung lässt sich möglicherweise erklären durch vielfältige Erfahrungen des NichtGenügens in allen Lebensbereichen. Eine Anforderung zum falschen Zeitpunkt wenn er sich unter Druck fühlt, wie er selbst sagt reicht aus, dass sich das Gefühl des Versagens einstellt und er sich auf sich selbst zurückgeworfen fühlt. Er sagt oft, dass es wie damals als Kind sei, wo er wie eine Ware hin- und hergeschoben worden sei. Aus den Erfahrungen mit P. (er fühlt sich von seinen Gefühlen häufig übermannt und verweigert sich einer näheren Kontaktaufnahme, wenn es um das Erledigen von verbindlichen Abmachungen handelt) ließe sich folgern, dass eine altersgemäße Autonomieentwicklung mit der Dialektik von Bindung und Ablösung wie auch der Aufbau eines grundlegenden Vertrauens in andere Menschen infolge der häufigen Bezugspersonenwechsel wohl nur in sehr beschränktem Ausmaß hat