2026-001/documents/arbeit/pages/187.md
KPG Mentor 0cec1b5740 feat: extract individual page markdown files from PDFs
Generated pages/ subfolders for all documents:
- arbeit: 386 pages
- praxis: 297 pages
- EPG: 11 pages

Page numbers are 0-based PDF indices matching the book viewer.
Extracted using pdftotext.
2026-03-05 11:13:56 +00:00

3.2 KiB
Raw Blame History

unterschiedlichen Beteiligten einzuholen und diese dann in einem strukturierten Vorgehen auszuwerten. Insbesondere aber ist der Fachdiskurs etwas kompliziert aufgrund einer uneinheitlichen Aufteilung zwischen den Prozessschritten. Die Aufteilung zwischen Situationserfassung Analyse Diagnose, mit der im vorliegenden Konzept gearbeitet wird, ist lediglich eine Möglichkeit der Unterscheidung verschiedener Phasen der Fallbearbeitung. So wird zum einen nicht immer unterschieden zwischen den Phasen Situationserfassung und Analyse: Bei einer sog. Situationsanalyse erfolgt die Erfassung von Information bereits strukturiert entlang von Kategorien, und es wird kaum unterschieden zwischen der Aufgabe der Erfassung objektiver Daten, subjektiven Einschätzungen und fachlicher Interpretation (z. B. bei Staub-Bernasconi 1998, Geiser 2013, Kap. 8.3.2; ebenso von Spiegel 2013); die gesamte analytische Phase der Fallbearbeitung wird unter Situationsanalyse subsumiert. Zum anderen werden die Begriffe Analyse und Diagnose sehr unterschiedlich verwendet. Häufig werden Analyseinstrumente, die auf einem Klassifikations- oder Notationssystem basieren ( Kap. 9.3 und Kap. 9.4) als (psycho-)soziale Diagnosemethode bezeichnet oder wie bei Pantuček 2019 als soziale Diagnoseverfahren. In manchen Sammelbänden zu Diagnostik in der Sozialen Arbeit (z. B. Heiner 2004, Schrapper 2004, Buttner et al. 2018) werden Methoden, Instrumente und Verfahren vorgestellt, die wir in diesem Lehrbuch teilweise als Analyse und teilweise als Diagnose bezeichnen werden. Aufgaben Nach der Situationserfassung wird mit Hilfe geeigneter Analysemethoden eine strukturierte Auslegeordnung vorgenommen, indem themenbezogen und multiperspektivisch Einschätzungen und Bewertungen eingeholt werden. Damit wird der Komplexität von Problemen in der Sozialen Arbeit Rechnung getragen (vgl. Neuffer 2013:27 f.), eine Interpretation des Gesamtbildes ermöglicht und damit einhergehend eine Klärung, worum genau es in einem Fall geht. Eine Analyse dient stets der Klärung, ihr Zweck ist die Bestimmung der Fallthematik. Dabei wird Komplexität zunächst erweitert und anschließend reduziert: Während in der Phase der Datenerhebung eine Bewegung der Öffnung erfolgt und die Komplexität in einem Fall erhöht wird, indem gezielt neue Informationen erfasst werden, erfolgt in der Phase der Datenauswertung eine Bewegung der Schließung und der Komplexitätsreduktion (vgl. von Spiegel 2013:149, Schrapper 2008:199, Abb. 14). Das erfordert eine fachliche Beurteilung, welches die wichtigsten Einschätzungen sind, wie diese einzuordnen und zu beurteilen sind, und welche anderen in den Hintergrund gestellt werden. Am Ende der Analyse soll herausgearbeitet sein, was im nächsten Schritt der Diagnose erklärt und besser verstanden werden soll. Wenn bei einfachen Fällen nach der Analyse der Handlungsbedarf bereits klar benannt werden kann, dann kann die Analyse auch direkt überleiten zu Zielsetzung und Interventionsplanung. Die Analyse kann also sowohl eine Bedeutung haben für die Diagnose als auch für die Intervention. In der Sozialen Arbeit gibt es unterschiedlichste Analysemethoden. Mit einer Methode der Perspektivenanalyse können beispielsweise die