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Hochuli Freund

31.7.17 S. 131

KPG im Eingliederungsmanagement

Care-Debatte stellt diese Gewichtung ebenso in Frage wie die traditionell entlang der Geschlechter organisierte Verteilung von bezahlter Erwerbsarbeit und unbezahlter Reproduktionsarbeit. Auch wenn entsprechende gesellschaftliche Veränderungen gelingen, wird Erwerbsarbeit ein wesentlicher Bestandteil menschlichen Lebens bleiben, der Selbstverwirklichung und soziale Integration ermöglichen kann. Soziale Arbeit im Eingliederungsmanagement wird darauf zu achten haben, die Autonomie der Lebenspraxis die Bedürfnisse und Vorstellungen von Klienten in Hinblick auf ein gelingendes Leben so weit wie möglich zu gewährleisten. Gleichzeitig hat sie der gesellschaftlichen Notwendigkeit Rechnung zu tragen, dass Bürgerinnen im Erwerbsalter einer Erwerbsarbeit nachgehen, selbständig für ihre finanzielle Existenzgrundlage sorgen und die gesellschaftlichen Sicherungssysteme mittragen. Das Konzept KPG geht davon aus, dass sich professionelles Handeln an diesen Zentralwerten zu orientieren hat und stets in dieser ethischen Dimension reflektiert werden muss.

1.3

Strukturierung des Unterstützungsprozesses

Angesichts all der skizzierten Rahmenbedingungen stellt sich die Frage, wie eine professionelle Unterstützung hin zur Inklusionsvermittlung in den Arbeitsmarkt konzipiert werden kann, die ethisch reflektiert ist, die individuelle Lebensvorstellungen von Klientinnen berücksichtigt und die doppelte Loyalitätsverpflichtungen transparent macht? Auf Grund des konstatierten strukturellen Technologiedefizits und angesichts der Tatsache, dass soziale Dienstleitungen nur gemeinsam erbracht werden können, ist eine Strukturierung des Unterstützungsprozesses erforderlich, der eine Kooperation zwischen Professionellen und Klienten in Gang setzen kann. Ebenso erforderlich sind Methoden, welche zum Auftrag einer Organisation sowie zum konkreten Fall passen.5 In der Sozialen Arbeit besteht heute Einigkeit, dass es ein systematisches Vorgehen für die Fallarbeit braucht, und dass Phasen- bzw. Prozessmodelle hilfreich sind, um sie zu strukturieren. Es gibt in der Literatur unterschiedliche Prozessgestaltungsmodelle; sie sind alle als zirkuläre Phasenmodelle konzipiert, wobei sowohl Anzahl als auch Bezeichnung der Prozessschritte leicht variieren (u. a. Müller 2009, Neuffer 2013). Stets ist eine analytische Phase erkennbar, in der es um Sammlung, Bewertung, Beurteilung von Informationen und um Erklärungen geht, ausserdem eine Handlungsphase, welche die Planung, Durchführung und Auswertung von Interventionen beinhaltet; auf den Kooperationsaspekt wird üblicherweise nicht eingegangen. Das Prozessgestaltungsmodell, das in der Methodik KPG genutzt wird, unterscheidet sieben Prozessschritte und dient als Struktur für den fallbezogenen kognitiven Prozess des Erfassens, Bewertens, Erklärens, Handelns und Auswertens, aber auch zur Einordnung

5 Unter einer Methode wird eine erprobte, überlegte und übertragbare Vorgehensweise mit Fokus auf Problemlagen, Zielsetzungen und Rahmenbedingungen verstanden (Galuske 2013:27).

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