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Arbeit mit Tätern häuslicher Gewalt zum Thema „Väterverantwortung“
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Gruppenprogramm
Bei den Tätergruppen gegen Partnerschaftsgewalt handelt es sich um ein
fortlaufendes Programm in Blöcken von je zwölf zweistündigen Gruppensitzungen. Nach jedem Sitzungsblock werden jene Männer, die das Programm
abgeschlossen haben, aus der Gruppe entlassen und Neue werden aufgenommen. Jeder Teilnehmer absolviert zwei Blöcke mit insgesamt 24 Sitzungen.
Durch diese Mischung aus gruppenerfahreneren Männern und „Frischlingen“ ist ein gewisses Selbsthilfeprinzip im Täterprogramm verankert, da die
Männer voneinander lernen. Die Programme werden grundsätzlich von zwei
Fachkräften geleitet.
Inhaltlich ist das Programm so aufgebaut, dass es einerseits eine konzeptionelle Struktur vorgibt, andererseits aber Raum für aktuelle Konflikte und
Themen der Männer lässt. Exemplarisch seien hier zwei konzeptionelle Eckpfeiler des Programms vorgestellt, die jeder Teilnehmer absolviert: die Gewaltschilderung und die Übereinkunft zu gewaltfreiem Handeln.
Mit der Gewaltschilderung erhält jeder Teilnehmer die Möglichkeit, eine
eigene Gewaltsituation detailliert mit der gesamten Gruppe aufzuarbeiten.
Aufgabe dabei ist es, eine möglichst typische und drastische Situation zu
wählen. Zunächst erhält er die Möglichkeit, die Situation mit Hilfe genauer
Einstiegsfragen ohne Unterbrechung darzustellen. Danach wird sein Verhalten und seine Gewalt von der Gruppe analysiert und hinterfragt. Ziel ist es
einerseits, den Konflikt zu strecken, d.h. zu verdeutlichen, dass der Konflikt
sehr früh begonnen hat und der Mann in jeder Phase eine bewusste Entscheidung für die weitere Eskalation getroffen hat. So können in der Gruppe für
jede Phase eines Konfliktablaufs Handlungsalternativen entwickelt werden.
Ein weiteres Ziel ist es, dass der Mann ehrlich und rückhaltlos zu seiner Gewalt steht und diese nicht länger rechtfertigt oder verharmlost. Das beinhaltet
auch, dass er beginnt, die strategische Komponente und innere Logik seiner
Gewalt zu verstehen und aufzugeben. Während der Gewaltschilderung wird
der Fokus immer wieder auf Perspektive und Erleben der anderen Konfliktbeteiligten gerichtet (neben der Partnerin besonders die der Kinder), um die
Situationswahrnehmung und Empathiefähigkeit zu erweitern. Viele thematische Aufarbeitungen aktueller Konflikte in der Gruppe ähneln in Aufbau
und Struktur einer solchen Gewaltschilderung.
Mit der Übereinkunft zu gewaltfreiem Handeln soll die Schwelle der Teilnehmer, wieder gewalttätig zu werden, erhöht und die Planung und Bewältigung
kritischer Konfliktsituationen geschult werden. Es handelt sich dabei um ein
Formular, das die Männer zum Abschluss der Gruppenteilnahme als Hausaufgabe ausfüllen und in der Gruppe diskutieren. Sie müssen einen möglichst
konkreten und detaillierten Handlungsleitfaden für rückfallgefährdende Situationen entwickeln und gleichzeitig möglichst schmerzhafte Konsequenzen
für einen Rückfall festlegen. Mit der Übereinkunft verpflichten sich die Männer
schriftlich zu Gewaltfreiheit, in der Regel unterschreibt auch die Partnerin als