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Jungen mit Migrationshintergrund im Frauenhaus
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Durch sportpädagogische Aktionen werden Kontakt- und Berührungsängste
abgebaut, der Umgang mit aggressiven Handlungen und die Entwicklung
und Erweiterung der Verhaltenstrategien in der Konfliktbewältigung als zentrales Thema behandelt. Ziel ist es, die Jungen für eigene und fremde Bedürfnisse sensibler zu machen, um sich selbst und ihr Umfeld besser wahrnehmen
zu können.
Hier bieten sich unter anderem unterschiedliche Kampfkunstdisziplinen
aus dem Bereich des Budosports an. Diese ermöglichen ein Ausleben der Aggressivität in einem festgelegten Rahmen, ohne bis zum Ende der Handlung
gehen zu müssen.Die Kinder werden z.B. in Ringen- und Raufenspielen aus
dem Bereich des Judo schrittweise in schwierige Interaktionssituationen im
Bodenkampf eingeführt. Sie sollen in der Auseinandersetzung mit sich selbst
und dem Partner ihre psychische und physische Belastbarkeit und ihre Grenzen erfahren. Sie lernen bei Auseinandersetzungen innerhalb der Peergroup,
mit Jugendlichen oder Erwachsenen angemessene Techniken der Selbstverteidigung anzuwenden. Die Grundgedanken und Prinzipien des Judo werden als Grundlage für die körperlichen Auseinandersetzungen der Kinder
genommen: Prinzip der Nachgiebigkeit, rationelle Verwendung der Energie
und gegenseitige Hilfe und Unterstützung. Sie erleben, dass Geschicklichkeit
und Verstand roher Gewalt überlegen sind. Auf eine Leistungsorientierung,
wie sie in herkömmlichen Kampfsportangeboten üblich ist, wird bewusst verzichtet, da es nicht um die Perfektionierung von Techniken geht, sondern das
primäre Ziel eine Erweiterung der sozialen Kompetenzen ist.
Aufgrund des unterschiedlichen Alters und der unterschiedlichen Erfahrungen, die die Jungen gemacht haben, werden entsprechende realisierbare
kurz- und längerfristige individuelle Ziele festgelegt. Das Verhalten und die
Veränderungen bei den Jungen werden weiterhin beobachtet und auf den Elternabenden besprochen.
Wie bereits anfangs erwähnt, ist uns die Einbeziehung der Eltern in unsere
Arbeit mit den Jungen sehr wichtig. Orientiert an dem systemischen Ansatz
gehen wir davon aus, dass die Eltern beteiligt werden müssen, um Verhaltensveränderungen der Jungen zu erleichtern und deren Entwicklung nachhaltig zu beeinflussen.
Den Eltern wird parallel zur Jungengruppe die Möglichkeit geboten, sich
in einem anderen Raum aufzuhalten und mit einer Mitarbeiterin des Frauenhauses Gespräche zu führen, die entweder einzeln oder in der Gruppe stattfinden können. In dieser niedrigschwelligen Erziehungsberatung geht es um die
Probleme der Eltern in Bezug auf die Jungen. Die Bandbreite der von den Eltern an diesen Nachmittagen angesprochenen Themen ist groß. Viele Themen
stehen unmittelbar in Zusammenhang mit den Jungen, wie z.B. der Umgang
mit der Gewalt der Jungen und der Gewalt innerhalb der Familie, Probleme
bei Scheidung/Trennung und bei Besuchskontakten, Konflikte in Schulen und
Kindergarten, Kommunikationsstörungen zwischen Eltern und Kind. Inhaltlich geht es auch um vielfältige, alltagspraktische Probleme, die häufig nicht