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Unterstützung für Mädchen und Jungen bei häuslicher Gewalt
Teil wird dies in der kindlichen Tendenz begründet liegen, sich für äußeres familiendynamisches Geschehen, für die gewaltgeprägte elterliche Beziehung, mitverantwortlich zu fühlen. Ab dem späten Grundschulalter beginnen Kinder zu begreifen, dass äußeres Geschehen auch unabhängig von ihnen selbst stattfinden kann. Erst dann können sie sich in Motivationen anderer Menschen einfühlen, eine Perspektivübernahme vornehmen und die äußere Realität angemessener wahrnehmen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass in Psychotherapien immer wieder Schuldgefühle an die Oberfläche kommen. Die Überzeugung, die väterliche Gewalt selbst verursacht zu haben und die Mutter nicht genügend geschützt zu haben, kann sehr tief sitzen und mit dazu beitragen, dass aus Scham ein Reden über die belastenden Erfahrungen nur schwer möglich ist. Ausgesprochene oder atmosphärisch vermittelte familiäre Schweigegebote und Tabuisierungstendenzen unterstützen psychische Abwehrmechanismen wie Verleugnung, Ungeschehenmachen, Rationalisierung. Das heißt, die Erlebnisse und dazugehörigen Affekte werden möglichst aus dem Bewusstsein getilgt oder scheinbar rationale Gründe werden herangezogen, um dem Geschehen einen Pseudo-Sinn geben zu können. Loyalitätskonflikte sind wirksam, nicht nur im Hin- und Hergerissensein des Kindes zwischen Mutter und Vater, zu denen jeweils eine hochambivalente Bindung existieren kann, innerhalb der sich ein Kind wechselnd identifiziert. In der Beziehung zum gewalttätigen Vater kann es mütterlich identifiziert sein, in der Beziehung zur Mutter wiederum die Rolle des abwesenden Vaters einnehmen. Kinder bekommen in der Macht-Ohnmacht-Dynamik der elterlichen Paarbeziehung auch nach der Trennung oft eine überfordernde Funktion: Sie stellen eine Brücke dar, ein Sprachrohr von einem zum anderen, erleben Abwertungen des Vaters oder der Mutter jeweils dem anderen Elternteil gegenüber oder bekommen Aufträge, die sie beim anderen Elternteil erfüllen sollen. Deutlich wird hier, dass von außen bestimmte Realitäten für die intrapsychische Belastung eines Kindes von immenser Bedeutung sind, z.B. wenn es Umgangskontakt zum Vater gibt, obwohl die frühere Paardynamik der Eltern weiter im Hintergrund wirksam ist und psychische und körperliche Gewalt nicht sicher ausgeschlossen werden kann. Ein Loyalitätskonflikt spielt oft auch eine Rolle in der Beziehung zur Therapeutin, bei der sich ein Kind zwar öffnen möchte, sich den Eltern gegenüber jedoch schuldig fühlt. Aus seiner kindlichen Sicht begeht es einen Verrat an den Eltern, wenn es die Wahrheit berichtet. Der Umgang mit eigenen aggressiven Impulsen ist für Kinder, die miterlebt haben, wie zerstörerisch und bedrohlich Aggression sein kann, oft sehr schwierig und löst Ängste aus. Dies kann dazu führen, dass mithilfe der psychischen Angstabwehrstrategie der Identifikation mit dem Aggressor ein Kind sich mit dem bedrohlichen Stärkeren identifiziert und das väterliche Rollenmuster übernimmt. Passiv miterlebte Gewalt wird zu aktiv ausgeübter Gewalt. Damit verschwindet der Schrecken und die hilflose Ohnmacht des Opfers, denn Opfer ist nun ein anderer. Eine andere Strategie, Angst vor eigenen aggressiven Impulsen zu mindern ist der Versuch,