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Herausforderungen an die soziale und pädagogische Arbeit

andere Verhaltensweisen in ihre Handlungskonzepte zu integrieren. Darüber hinaus ist es ebenso wichtig, dass männliche Jugendliche erfahren, dass Bindung und damit die Anerkennung der eigenen Person mit ihren individuellen Bedürfnissen, Interessen und Empfindungen nicht als Bedrohung erlebt werden muss, sondern die Voraussetzung für Individuation und Behauptung von (Geschlechts-)Identität und Autonomie ist. Die „sorgende Beziehung“ bildet also einen Aspekt der Generativität und ist zugleich Ausdruck von Arbeitsteilung und Polarisierung im Geschlechterverhältnis. Beziehungsangebote, sofern sie durch Pädagogen erbracht werden, die sich ihrer männlichen Rolle und der an sie heran getragenen Erwartungen durch männliche Jugendliche bewusst sind, würden ermöglichen, dass diese nicht ausschließlich an Frauen delegiert und mit Weiblichkeit emotional verknüpft werden. Auch aus diesen Überlegungen heraus, könnte es sinnvoll sein, wenn sich die Träger von Frauenhäusern Gedanken über die Mitarbeit von männlichem Personal in der Arbeit mit Mädchen und Jungen machten. Durch die Mitarbeit von einzelnen männlichen Honorarkräften in der Frauenhausarbeit allein können jedoch weder traditionelle Generationennoch Geschlechterverhältnisse verändert werden. Hierzu bedarf es mehr als einzelner, durchdachter pädagogischer Konzepte und des guten Willens von Frauenhausbewohnerinnen und Mitarbeiterinnen, womit auch die Grenzen der Frauenhausarbeit bezüglich der Einrichtung neuer „Entwicklungsräume“ für männliche Jugendliche, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, benannt seien. Solange weder die Vernetzung, noch die Grenzen der Kooperation zwischen den unterschiedlichen Sozialisationsinstanzen wie Schule, Jugendhilfe und Frauenhaus gesetzlich geregelt noch durch aufeinander abgestimmte pädagogische Angebote sicher gestellt sind, für die sich männliche wie weibliche Pädagogen gleichermaßen zuständig fühlen, wird geschlechtsbewusste Gewaltprävention weiterhin ein Schattendasein führen. Frauenhäuser sind in den siebziger Jahren damit angetreten, Gewaltfreiheit zu denken, männlicher Gewalttätigkeit konkrete Unterstützungsangebote entgegen zu setzen sowie gesellschaftliche Geschlechterverhältnisse zu verändern. Durch parteiliche Arbeit und Pädagogik mit weiblichen, aber auch in besonderer Weise durch die geschlechtsreflektierte pädagogische Arbeit mit männlichen Jugendlichen, können sie zumindest einen Anstoß dazu geben, den Gewaltkreislauf zu durchbrechen. Frauenhäuser sollten einerseits die Grenzen ihrer Möglichkeiten akzeptieren, sich aber andererseits als Teil eines Netzwerkes in der Sozialen Arbeit und Jugendhilfe verstehen, um neue Entwicklungsräume für Mädchen und Jungen zur Verfügung zu stellen, die helfen, zu deutlich partnerschaftlicheren Generationen- und Geschlechterverhältnissen zu gelangen.