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Männliche Jugendliche im Frauenhaus
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Der Aufenthalt im Frauenhaus, der für viele die erste Trennung von dem eigenen Zuhause, dem Vater und der gewohnten Umgebung darstellt, der sich darüber hinaus in der Regel überraschend und ohne die Möglichkeit zur Mitbestimmung vollzieht, sowie die vielen neuen Eindrücke und fremden Menschen bewirken häufig Verunsicherungen, bedingen Überforderungen und tragen zur Erschütterung des ohnehin labilen jugendlichen Selbstbewusstseins bei. Erhöhte Aufmerksamkeit, Vorsicht und Rücksicht, die nun gefordert wären, können leider nicht immer den betroffenen Jungen entgegen gebracht werden, was zu Konflikten und Auseinandersetzungen im Haus beitragen kann. Die bis dahin aufgrund der Misshandlung durch die Väter häufig erlebte Isolation der Familie bricht auf und ist durch den Frauenhausaufenthalt abrupt beendet. Die Familie befindet sich plötzlich in einem quasi „öffentlichen Leben“, das sich aufgrund von Enge und räumlicher Nähe entwickelt und mit verstärkter sozialer Kontrolle durch andere Frauen, Mädchen und Jungen einhergeht. Der Abbruch der Beziehung zum Vater geht dabei oft mit ambivalenten Empfindungen einher. Das emotionale Pendeln zwischen Wut, Sehnsucht, Scham, Trauer und Enttäuschung kann jedoch häufig weder empfunden noch artikuliert werden, da die Verletzung der mütterlichen Gefühle befürchtet wird oder die eigenen Ängste abgewehrt werden. Zumal in den Gesprächen der Frauen untereinander die Männer negativ geschildert werden und unmissverständlich nahe gelegt wird, dass der Kontakt zu den Misshandlern keinesfalls erwünscht ist. Auch wenn die Beziehung zum Vater bereits durch sein Gewalthandeln innerhalb der Familie beeinträchtigt wurde, so bewirkt der Beziehungsabbruch durch den Frauenhausaufenthalt eine Zunahme schmerzvoller Empfindungen. Dieser Prozess der Trennungsverarbeitung kann zudem von den Müttern aufgrund ihrer mangelnden Souveränität, aufgrund ihrer eigenen Betroffenheit, ihrer Verunsicherungen und Ängste nur unzureichend bzw. gar nicht unterstützt werden, weshalb sich die Jungen häufig selbst überlassen bleiben und sich die erlebte emotionale Krise verstärken kann. Die Übertragungen der unterschiedlichen Frauen, ihre Abwehr, ihre Aggressionen, aber auch ihr mehr oder minder offenes Begehren (vor allem der jüngeren Frauen) machen den Frauenhausaufenthalt nicht nur für männliche Jugendliche zur Herausforderung. Andererseits kann das Zusammenleben mit den anderen Frauen, Mädchen und Jungen im Haus auch Unterstützung bewirken, da deutlich wird, dass auch andere Familien, andere Kinder und Jugendliche von Gewalterfahrungen betroffen sind und somit der „persönliche Makel“ an Bedeutung verliert. Das Ausbleiben väterlicher Gewalt sowie das im Frauenhaus herrschende Gewaltverbot können Abbau von Stressempfindungen und Erholung bewirken. Fremdheit, Bedenken und Unsicherheiten gegenüber den anderen Bewohnerinnen weichen im Verlauf des Zusammenlebens zumeist auch größerer Sicherheit und besserer Orientierung, zumal ein eigener Platz