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Der Blick der Forschung
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Johann zeichnet sich auf der Flucht ins Ungewisse, ohne Füße, Hände und
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Gesicht, ohne eigene, kindliche Identität (Abb. 4). Das Haus, aus dem er wegläuft, wirkt leer, unbewohnt, ohne Dach, ohne Schutz, die Tür zum Inneren
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ist geschlossen. Als Symbol für das Ich verweist das Haus auf innere Verlassenheit, die nach außen verborgen wird. Johann sucht einen Vater, der ihm
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Schutz und Orientierung gibt, doch in der Realität existiert dieser Vater nicht.
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Der reale Vater ist fern und gewalttätig, Johann erreicht ihn nicht.
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Die Enttäuschung durch den Vater hinterlässt eine Leerstelle in der männlichen Identität der Buben, die gefüllt wird mit Größen- und Allmachtsphantasien von Unverwundbarkeit. Boxer, Ringer, Catcher, Filmhelden traten als
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Leitbilder an die Stelle des Vaters, um die unerträglichen Gefühle von Kleinheit, Verletzbarkeit und Hilflosigkeit abzuwehren.
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Besonders intensive Ohnmachtsgefühle entstanden bei den Kindern, wenn
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sie sexualisierte Gewalt gegen die Mutter miterleben mussten. Sexualisierte
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Partnergewalt gegen Frauen basiert auf der Missachtung des Selbstbestimmungsrechtes von Frauen über ihren Körper und ihre Sexualität und beinhaltet alle Versuche, sexuelle Handlungen im Kontext von Gewalt, Zwang
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und Drohung auszuführen, sowie sexistische Beschimpfungen und Erniedrigungen. In einem umfassenden Sinne schließt beinahe jede Misshandlungsbeziehung sexualisierte Gewalt ein, Misshandlung und Sexualität waren in den
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Erfahrungen der meisten interviewten Frauen eng miteinander verbunden.19
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Durch Einbeziehung in die sexualisierte Partnergewalt erzeugten die Väter intensive Gefühle der Verwirrung bei den Kindern: So beschwerten sie
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sich bei den Kindern, dass die Mutter nicht mit ihnen schlafe, erzählten ihnen,
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dass sie einen Freund habe und mit anderen Männern schlafe, beschimpften
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die Mutter in Gegenwart der Kinder als Hure, oder bedrohten sie mit dem
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Umbringen vor den Kindern, wenn sie ihnen Sexualität verweigerten.
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Manche Männer vergewaltigten die Frauen sogar in Gegenwart ihrer Kinder, andere Kinder hörten die Vergewaltigung aus einem anderen Zimmer
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mit. Die Verdichtung von Intimität und Gewalt, von tabuisierter elterlicher
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Sexualität, intensiven Gefühlen von Scham, Verwirrung und Schmerz, von
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Einschluss und Ausschluss aus der sexuellen Gewalt machte das Sprechen
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über die mütterliche Vergewaltigung für die Kinder unmöglich, es war mit
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einer dichten Mauer des Schweigens umgeben. Auch die Mütter schwiegen
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aus Scham- und Schuldgefühlen. Das Schweigen verhindert jedoch Möglichkeiten der Bearbeitung. Je stärker die Sprachlosigkeit bei den Kindern war,
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19 Ich beziehe mich bei diesem weitgefassten Verständnis sexualisierter Gewalt auf eine Definition von Hagemann-White u.a. 1997. Die Autorinnen verstehen unter sexualisierter Gewalt
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„die Befriedigung sexueller Wünsche auf Kosten eines Opfers (...), wie auch alle Verletzungen,
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die aufgrund einer vorhandenen geschlechtlichen Beziehung (oder zwecks Durchsetzung einer
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solchen) zugefügt werden“ (ebda., S. 28). Da Gewalt in einer Partnerschaft meistens im Zusammenhang der Durchsetzung oder Aufrechterhaltung einer sexuellen Beziehung steht, kann sie
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auch grundsätzlich als „sexualisierte Gewalt“ bezeichnet werden. Auch die zunächst nicht-sexuelle Partnergewalt sexualisiert sich, wenn in ihrem Kontext bruchlos Sexualität gelebt wird. Zum
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Zusammenhang von Misshandlung und Vergewaltigung vgl. auch Hagemann-White u.a. 1981,
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S. 89, 95; sowie Heynen 2000, S. 140 ff., S. 228.
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