2026-001/documents/theory/diagnostics/handbuch-kinder-und-haeusliche-gewalt/pages/369.md

2.2 KiB
Raw Blame History

371 ȡ Inwieweit hat sich die Tochter gefährdet und im Stich gelassen gefühlt? Wo hätte sie sich mehr mütterliche Stärke gewünscht? ȡ In welchen Bereichen wünschen sich Mutter und Tochter Veränderungen? Was können sie beide dazu beitragen? ȡ Gibt es zum jetzigen Zeitpunkt die Möglichkeit einer angemessenen Kommunikation und emotionalen Beziehung miteinander oder müssen sie erst mal Abstand zu einander gewinnen? Kann dies gemeinsam ohne Schuldzuweisungen betrauert werden? ȡ Wenn die Mutter beim misshandelnden Partner bleibt, müssen Mutter und Tochter deutlich gemacht werden, wo in diesem Fall die Grenzen für ihre Beziehung liegen. Außerdem muss der Schutz der Tochter bei möglichen Treffen gewährleistet werden. Ž——ȱŽ’—ȱ§Œ‘Ž—ȱ’ŽȱŠ–’•’ŽȱŸŽ›•ŠœœŽ—ȱ‘Šǰȱ’œȱŽœȱ˜Ğȱ—˜ Ž—’ǰȱŠœȱŽ›œŽȱ Gespräch gemeinsam zu führen, um die daraus entstandene Krisensituation für die ganze Familie zu beruhigen und ein Arbeitsbündnis für den Clearingprozess auf den Weg zu bringen. Im weiteren Verlauf werden dann Gespräche mit den Eltern getrennt geführt, bei denen abzuklären ist, ob es ein Veränderungspotential bei dem Vater in Bezug auf die Übernahme von Verantwortung für die Gewalt gibt. Nur auf dieser Grundlage sind weitere gemeinsame Gespräche auch mit der Tochter möglich.

Susanne Heynen Die Arbeit der Psychologischen Beratungsstelle bei häuslicher Gewalt; Möglichkeiten und Grenzen der Mütterberatung und der Arbeit mit gewalttätigen Vätern In den letzten Jahren gab es erhebliche Verbesserungen zum Schutz vor häuslicher Gewalt, zur Unterstützung von Gewaltopfern und Konfrontation der Gewalttäter mit ihrem Handeln. Es gibt jedoch kaum Veröffentlichungen über Methoden und Praxis der (Erziehungs-) Beratung bei häuslicher Gewalt. Der Beitrag basiert auf meiner Tätigkeit beim Psychosozialen Dienst der Stadt Karlsruhe2 und den Ergebnissen einer wissenschaftlichen Untersuchung zu Bewältigungsprozessen nach einer Vergewaltigung (Heynen 2000). Hierfür 2 Dieser bietet in enger Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Sozialen Dienst aufsuchende Beratung an und erreicht Familien, die von Institutionen mit einer sogenannten Komm-Struktur nicht angesprochen werden.