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Der Blick der Forschung
(McFarlane/Campbell et al. 2002). Verletzungen mit tödlichen Folgen sind während aller drei Schwangerschaftstrimester sowie unmittelbar nach der Geburt zu beobachten (McFarlane/Parker et al. 1995). Mehr als die Hälfte der während der Schwangerschaft verstorbenen Frauen waren durch den Partner getötet worden (Boy/Salihu 2004). Studienergebnisse zu gesundheitlichen Auswirkungen von Gewalt auf schwangere Frauen sind nicht konsistent. Mehrere Studien fanden höhere Raten von Vaginalblutungen im ersten und zweiten Schwangerschaftstrimester und eine geringere Gewichtszunahme bei Schwangeren (Campbell 2002; Holmes/Mayer 2003). Hohe Evidenz liegt auch für die Assoziation von Gewalt und Niereninfektionen sowie Kaiserschnittentbindung und einem niedrigen Geburtsgewicht vor (Campbell 1998; Cokkinides/Coker et al. 1999). Häusliche Gewalt während der Schwangerschaft führt vielfach zu indirekten gesundheitlichen Auswirkungen. Belastende Lebensbedingungen der Frauen aufgrund von Angst, Bedrohung, Stress etc. können ein Gesundheitsverhalten zur Folge haben, mit dem sich schwierige Situationen zunächst scheinbar besser ertragen lassen. Studien belegen risikoreiche Lebensweisen von Frauen, die während der Schwangerschaft Gewalt erlitten: Betroffene Frauen konsumieren im Vergleich zu nicht betroffenen Frauen häufiger Nikotin, Alkohol oder Drogen (Bacchus/Mezey et al. 2004a). Zu diesem Ergebnis kommt auch die bundesdeutschen Repräsentativbefragung (Schröttle/Müller 2004: 262). Studien zeigen, dass gewaltbetroffene Patientinnen in geringerem Umfang präventive Maßnahmen in Anspruch nehmen wie z.B. die regulären Termine zur Schwangerschaftsvorsorge (McFarlane/Parker et al. 1996). Eine späte Inanspruchnahme der Vorsorge korreliert mit negativen Auswirkungen für das Neugeborene. Früh- und Fehlgeburten sowie ein geringes Geburtsgewicht gehören zu den Folgen häuslicher Gewalt (McFarlane/Parker et al. 1996; Curry/Harvey 1998). Im Vergleich zu Frauen ohne Misshandlungserfahrungen zeigt sich ein um das Vierfache erhöhte Risiko einer Frühgeburt (Schmuel/ Schenker 1998). Bei der bundesweiten Repräsentativuntersuchung gaben 3 % der befragten Frauen an, aufgrund körperlicher (3,3%) und sexueller Gewalt (3,4%) Fehlgeburten erlitten zu haben (Schröttle/Müller 2004: 56).
Aspekte nach der Geburt In der Literatur wird die Zeit nach der Geburt häufig mit postnatalen Depressionen, Steigerung von Gewalt und Kindesmisshandlung in Zusammenhang gebracht. Eine Assoziation zwischen Partnergewalt und Schwangerschaftsdepression sowie posttraumatischen Belastungsstörungen ist belegt (Campbell/ C 1998; Leeners/Richter-Appelt et al. 2003; Boy/Salihu 2004; Mezey/Bacchus et al. 2005). Eine Studie unter 36 schwangeren Frauen, die körperliche Gewalt