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Raw Blame History

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Der Blick der Forschung

Weitere Erkenntnisse liegen aus dem internationalen Raum vor. Einer schwedischen Studie zufolge erlebten 11% der Frauen Gewalt während der Schwangerschaft (Hedin/Grimstad et al. 1999). US-amerikanische Untersuchungen im Rahmen der Vorsorge benennen Prävalenzen von körperlicher und/oder sexueller Gewalt zwischen 0,9% und 20% während der Schwangerschaft, mehrheitlich lagen die Prävalenzen bei 4% bis 8% (McFarlane/Parker et al. 1992; Gazmararian/Lazorick et al. 1996; McFarlane/Parker et al. 1996; Muhajarine/DArcy 1999). Die Differenzen sind unter anderem auf verschiedene Erhebungsmethoden und instrumente zurückzuführen. So zeigte sich, dass Studien, die mehrmalige Befragungen nach Gewalterfahrungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten und vor allem auch während der fortgeschrittenen Schwangerschaft vorsehen, in der Regel zu höheren Prävalenzraten kommen (McFarlane/Parker et al. 1992; Gazmararian/Lazorick et al. 1996). Die Mehrheit der betroffenen Frauen berichtete von mehreren Gewalthandlungen während der Schwangerschaft. Waren Frauen schweren Gewalttätigkeiten ausgesetzt, so dauerte die Misshandlung in der Regel auch nach der Geburt des Kindes an (McFarlane/Parker et al. 1992). In einer Befragung von 892 Patientinnen eines Krankenhauses in Süd-London, die von geschulten Hebammen als Routinebefragung (Abuse Assessment Screening) durchgeführt wurde, betrug die Prävalenz häuslicher Gewalt bei dem erstmaligen Kontakt 1,8% und in der 34. Schwangerschaftswoche 5,8%. Bei einer Follow-up Befragung zehn Tage nach der Geburt berichteten 5% der Frauen von Gewalthandlungen (Bacchus/Mezey et al. 2004b). In anglo-amerikanischen Untersuchungen wurde festgestellt, dass Frauen besonders gefährdet waren, Gewalt durch den Beziehungspartner in der Schwangerschaft zu erleiden, die jünger waren, geschieden oder vom Partner getrennt lebten, Nikotin, Alkohol und Substanzmittel während der Schwangerschaft konsumierten oder früher bereits mehrfach schwanger waren (Holmes/Mayer 2003; Bacchus/Mezey et al. 2004a).

Ungeplante und ungewollte Schwangerschaften im Kontext häuslicher Gewalt Ein evidenter Zusammenhang liegt für ungeplante Schwangerschaften und körperliche bzw. sexuelle Gewalt vor. So zeigte eine bevölkerungsbezogene US-amerikanische Studie unter 12.000 Müttern von Neugeborenen, dass unerwünscht oder ungeplant schwangere Frauen viermal häufiger körperlicher Gewalt ausgesetzt waren, als Frauen, die ihre Schwangerschaft geplant hatten (Gazmararian/Adams et al. 1995). Ungewollte Schwangerschaften werden häufig im Zusammenhang mit Teenager-Schwangerschaften konstatiert. Eine Befragung von adoleszenten Müttern in den USA zeigte, dass 23% dieser Mutterschaften auf eine Vergewaltigung zurückzuführen war (Gershenson/Musick et al. 1989).