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Der Blick der Forschung
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Hatte Susanne ihre Mutter in Extremsituationen der Gewalt beschützt, mit
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ihrem ganzen Mut, so wurde sie durch die Vergewaltigung der Mutter völlig handlungsunfähig und von einer tieferen Verletzung und Ohnmacht erfasst als durch das Miterleben der körperlichen Misshandlungen, sie wurde
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psychisch beinahe vernichtet, was Susanne im Bild des „inneren Verblutens“
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zum Ausdruck bringt. Susanne erinnert sich auch, dass ihre Mutter bereits
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misshandelt wurde, als sie mit ihrem Bruder Bernhard schwanger war, als sie
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selbst 7 Jahre alt war:
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schwanger und da hat er sie so geschlagen. Da ist er in die Küche und hat oben vom Fenster
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den Store heruntergerissen, die Befestigung für den Vorhang halt, und hat ihr das auf den
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schwangeren Bauch gedrückt, dass es direkt hineingegangen ist in den Bauch. Ich bin hinter
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der Türe gestanden und habe halt geschaut und habe das gesehen.”
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Der Zusammenhang zwischen der Gewalt gegen Frauen und Kinder begann
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oft schon bei der Zeugung, wenn die Frau in der Misshandlungsbeziehung
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oder sogar durch eine Vergewaltigung schwanger wurde.20 Misshandlung dauert während der Schwangerschaft häufig an und kann durch Schwangerschaft
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und Geburt ausgelöst werden.21 Viele Frauen hatten als Folge seelischer und
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körperlicher Misshandlungen während der Schwangerschaft Fehlgeburten
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und Geburtsprobleme, manche Kinder kamen krank auf die Welt und auch
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plötzlicher Kindestod konnte eintreten. Gewalterfahrungen in Schwangerschaft und präverbaler Lebenszeit, sowie traumatische Geburtserfahrungen
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können zu schweren Beeinträchtigungen der kindlichen Entwicklung führen.
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Häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder ist eng miteinander verbunden.
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So wurden die meisten Kinder auch selbst vom Vater bedroht, vernachlässigt
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oder misshandelt, manche auch sexuell missbraucht, andere von der Mutter
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schwer misshandelt. Insbesondere im Trennungsprozess nahm die Bedrohung und Misshandlung von Frauen und ihren Kindern zu. Auch nach der
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Trennung aus Gewaltbeziehungen werden Kinder im Rahmen der Ausübung
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des Besuchsrechtes häufig bedroht und emotional missbraucht.22 Empirische
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20 Eine Zeugung durch Vergewaltigung hat schwerwiegende Auswirkungen auf Mutter und
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Kind und führt meistens zur Ablehnung des Kindes und massiven Schuldgefühlskonflikten, vgl.
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auch Heynen 2001, S. 84-86; Heynen 2000, S. 141.
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21 Studien aus dem angloamerikanischen Raum kamen zum Ergebnis, dass 40-60 % der misshandelten Frauen während der Schwangerschaft misshandelt wurden, vgl. McFarlane 1998, S.
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136-138. Winkels/Nawrath (1990) kamen in einer Studie in Deutschland zu ähnlichen Zahlen.
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Nach einer Recherche von Heise (1994) gaben insgesamt 3,9 – 15,2 % der befragten Frauen Misshandlungserfahrungen in der Schwangerschaft an; vgl. auch Heynen 2001, S. 86.
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22 Eine empirische Untersuchung in Kanada kam zum Ergebnis, dass Frauen in der Zeit der
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Trennung oder Scheidung vom Misshandler einem fünfmal höheren Risiko, umgebracht oder
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schwer verletzt zu werden, ausgesetzt sind als während der Gewaltbeziehung, vgl. dazu Crawford, M./ Gartner, R. (1992). Der Trennungsprozess in gewalttätigen Partnerbeziehungen stellt
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auch für die Kinder ein erhöhtes Misshandlungsrisiko dar. Zum väterlichen Missbrauch des Besuchsrechtes nach der Trennung aus Gewaltbeziehungen vgl. Hester/ Radford 1996.
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