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Der Blick der Forschung
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Nora beschreibt mit dem Tropfen ihre widersprüchlichen Gefühle als von
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außen nach innen nuanciertes Schichtenmodell - auch wenn sie nach außen
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versucht, sich zu wehren, ist sie doch im Innersten schutzlos und verletzbar.
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Sie kann die Gewalt nicht beeinflussen, ihre Gefühle sind im Tropfen eingeschlossen. Mit diesem Bild symbolisiert Nora die traumatische Hilflosigkeit,
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die während des Miterlebens der Gewalt stattfindet. Nora hat keinen Schutz
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durch die Mutter, stattdessen muss sie sich um ihre Mutter kümmern. „Das
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wird schon wieder,“ habe sie oft zu ihr gesagt. Ihre eigene Traurigkeit habe sie
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vor der Mutter verborgen.
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Kinder werden in einer gewalttätigen Familiendynamik nicht in ihren
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Bedürfnissen wahrgenommen, sie müssen erwachsene, schützende und sorgende Rollen einnehmen, die Rollen von Eltern und Kinder kehren sich um,
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sie werden parentifiziert. Manche Kinder, insbesondere Mädchen, hatten einen großen Teil ihrer eigenen Kindheit oder Jugend ihren Müttern geopfert,
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um sie zu schützen, einige übernahmen auch den Schutz und die Versorgung
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ihrer jüngeren Geschwister. Dieser Verlust der eigenen Kindheit ist als eine
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Form „seelischer Verwaisung“ anzusehen, da er einem Verlust der guten Eltern gleichkommt. Doch wenn sich Kinder noch so sehr für den Schutz der
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Mutter opfern, können sie nie genügen, da sie nicht über die Macht verfügen,
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die Gewalt des Vaters zu beenden.
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Viele Kinder waren zudem schweren Loyalitätskonflikten zwischen den
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Eltern ausgesetzt. Die gewalttätigen Väter suchten in ihren Kindern Verbündete gegen die Mutter und setzten sie psychisch unter Druck. Sie stellten sich
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den Kindern gegenüber als Opfer dar, beschuldigten die Mutter, weinten sogar vor den Kindern oder drohten mit Suizid. Die Kinder litten in der Folge
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an starken Ambivalenz- und Schuldgefühlskonflikten. Zwischen Liebe und
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Hass, zwischen Vater und Mutter hin- und hergerissen, konnten manche Kinder die Trennung der Eltern und das Zerbrechen der Familie kaum ertragen,
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auch wenn sie selbst vom Vater misshandelt wurden.
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So sträubte sich der elfjährige Johann mit aller Kraft gegen die Trennung
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von seinem Vater, obwohl er bereits als Kind von ihm schwer misshandelt
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wurde und ständig die Gewalt gegen die Mutter miterlebte.
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,,Ich hab sie immer auseinander getan, weil ich Angst gehabt habe, dass sie sich vielleicht
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gegenseitig umbringen,” erzählt Johann. „Er ist immer dazwischen gegangen und dann hat
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