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Der Blick der Forschung
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Marianne Hester erläutert ihr „Planetensystem“ wie folgt:
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Planet A: Häusliche Gewalt
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Befindet sich ein gewalttätiger Mann und Vater auf diesem Planeten, hat er
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mit einiger Wahrscheinlichkeit inzwischen mit Konsequenzen zu rechnen. Es
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gibt polizeiliche Intervention und zivilrechtliche Schutzanordnungen, teilweise Strafverfolgung oder auch Täterprogramme. Häusliche Gewalt ist eine
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Straftat und wird abhängig vom Geschlecht als überwiegend von Männern
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ausgehend verstanden. Konsequenz ist: Der Mann gilt als gewalttätiger Partner, die Frau als schutzbedürftig, Kinder gelten als Mitbetroffene bzw. selbst
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Opfer von Gewalt, was bedeutet, dass hier Väter als gewalttätig gesehen werden können. Ambivalenzen von Frauen und Kindern in der Beziehung zum
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gewalttätigen Partner/Vater können den Charakter von Störungen erhalten.
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Planet B: Kinderschutz
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Befindet sich ein gewalttätiger Mann auf dem Planeten „Kinderschutz“, ändert sich seine Situation. Zwar wird er möglicherweise solange das Elternpaar
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zusammenlebt oder während des Trennungsprozesses weiterhin als gewalttätig gegen die Mutter wahrgenommen, hier geht es jedoch um den Schutz von
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Kindern, nicht von Erwachsenen. Seine Gewalttätigkeit führt möglicherweise
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dazu, dass sich das Jugendamt einschaltet und die Kinder als gefährdet angesehen werden, weil sie dieser Gewalt zwischen den Eltern ausgesetzt waren.
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Auf diesem Planeten ist es jedoch sehr unwahrscheinlich, dass der gewalttätige Vater angeklagt und verfolgt wird, denn hier geht es um „Helfen statt
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Strafen“, die Perspektive ist Sicherung des Kindeswohls, nicht Strafverfolgung. Professionelle Helfer/innen werden möglicherweise dem Vater das Sorgerecht entziehen, sie werden aber auch darauf drängen, dass die Mutter sich
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und die Kinder nicht weiter der Gewalt aussetzt und die Beziehung verlässt.
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Kann sie sich zu diesem Schritt nicht entschließen, wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit als diejenige angesehen, die die Kinder nicht schützt, was unter
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Umständen sogar Konsequenzen für ihr Sorgerecht haben kann. Sie ist die
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Verantwortliche. Konsequenz ist: Alle Interventionen setzen an der Mutter
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an, der gewalttätige Mann/Vater verschwindet leicht aus der Wahrnehmung,
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die Institutionen bemühen sich nicht um Inverantwortungnahme, täterorientierte Strategien werden nicht entwickelt.
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