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Der Blick der Forschung
der Papa die Mama haut...“ oder „Zwischen allen Stühlen“ wurden vielerorts Fortbildungen und Diskussionsveranstaltungen organisiert und zahlreich von interessierten Fachkräften aus Frauenhäusern, Erziehungs- und
Familienberatungsstellen, Jugendämtern und anderen Einrichtungen der
Jugendhilfe, Kinderschutzzentren sowie Beamtinnen und Beamten der Polizei besucht. Das vorrangige Ziel dieser Informations- und Bildungsarbeit,
stärker darauf aufmerksam zu machen, dass Kinder leiden, wenn die Mutter
von ihrem Partner misshandelt, bedroht, gedemütigt wird, konnte Mitte 2004
als erreicht angesehen werden. Die Aufmerksamkeit der Fachöffentlichkeit
wurde gewonnen. Dem Ziel der Interventionsprojekte, mehr Kooperation
zwischen den Beratungs- und Schutzeinrichtungen für Frauen einerseits und
denen für Kinder andererseits sowie den verantwortlichen Behörden zu etablieren bzw. zu institutionalisieren, konnte zumindest näher gekommen werden. Die sensibilisierte Aufmerksamkeit für Mädchen und Jungen bestätigte,
dass Kinder und Jugendliche jeden Alters in allen Phasen der Gewalt zugegen
sind - auch in hochgradig eskalierten Situationen - und auch anzutreffen sind,
wenn Staatsgewalt schützend interveniert oder Beratung und Unterstützung
angeboten wird.
Eine Leerstelle in der Forschung und Praxis stellen bislang die statistisch
deutlich selteneren Fälle häuslicher Gewalt dar, in denen Männer von relevanter Gewalt durch die Partnerin betroffen sind (vgl. Tjaden/Thoennes 2000,
BMFSFJ 2004). Spezifische Erkenntnisse dazu, wie Gewalt gegen den Vater
sich auf die Kinder auswirkt, liegen nicht vor. Es ist jedoch nicht anzunehmen, dass es für die Kinder einer Familie bezüglich der Auswirkungen des
Miterlebens einen fundamentalen Unterschied macht, ob Vater oder Mutter
gewalttätig sind, wenn es auch sehr wahrscheinlich ist, dass das Geschlecht
des gewalttätigen Elternteils und des Gewalt erleidenden Elternteils für Töchter und Söhne in dem Sinne von Bedeutung ist, wie sie auf dem Hintergrund
der eigenen Geschlechtszugehörigkeit das Erlebte verarbeiten können. Sind
beide Eltern gegeneinander gewalttätig, bedeutet auch dies eine deutliche Beeinträchtigung des Kindeswohls.
In der neuen deutschen Forschung zum Thema Gewalt im Geschlechterverhältnis wird inzwischen mit einiger Selbstverständlichkeit auch die Situation von Mädchen und Jungen im Kontext der Gewalt in der Partnerschaft
der Eltern thematisiert. Es zeigt sich ein stets gleiches Bild: Immer wenn nach
Kindern gefragt wird, tauchen sie als Querschnittsthema auf. Es gibt jedoch
noch kaum systematische oder einheitliche Dokumentation der Anwesenheit
von Kindern und Jugendlichen im Kontext der Gewalt, der Intervention und
der Unterstützungsangebote.
Im Folgenden werden (1) ausgewählte Ergebnisse und Erkenntnisse der
letzten Jahre im Überblick vorgestellt, damit sie Praktikerinnen und Praktikern als Argumentationshilfe zur Verfügung stehen. Es tritt ja immer wieder
das Problem auf, dass Forschungsergebnisse aus dem Ausland vor allem
aus den USA als für die Situation im Inland nicht übertragbar abgewehrt