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Lore Maria Peschel-Gutzeit
Grußwort
Mit dem Thema „Kinder und häusliche Gewalt“ betreten die beiden Herausgeberinnen Dr. Barbara Kavemann und Ulrike Kreyssig in ihrer Konzentration auf die Situation der Kinder Neuland. Über Gewalt im häuslichen Nahbereich wird seit Jahren und mit Recht viel publiziert. Seit dem 1. Januar 2002
ist das Gewaltschutzgesetz in Kraft, das sich - bei aller Anwendungsschwierigkeit und Langsamkeit der Gewöhnung - deutlich sichtbar bewährt hat und
weiter bewährt. Durch das Kinderrechteverbesserungsgesetz, in Kraft seit
dem 12.04.2002, ist der gesetzliche Schutz für Kinder bei häuslicher Gewalt
präzisiert und erhöht worden. Aber es fehlt eine Zusammenschau. Diese liefert das vorliegende Handbuch, das sich in 7 Kapiteln mit weiterbestehenden
Problembereichen beschäftigt. So fragen die Autoren/(-rinnen), ob die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung in Verwaltung, Rechtsprechung und
Beratung berücksichtigt und umgesetzt werden, ob Familiengerichte und
Jugendämter kindeswohlgerecht reagieren, ob Helfer /(-rinnen) und Berater
/(-rinnen) richtig und sachgerecht ausgebildet werden, ob Kinder, die mit
häuslicher Gewalt entweder selbst konfrontiert werden oder aber diese miterleben müssen, die nötige, vor allem aber richtige, professionelle und sachgerechte Hilfe und Unterstützung bei Polizei, Gerichten, im Frauenhaus, in der
Jugendhilfe, in der Therapie und Beratung erhalten. Zur Vervollständigung
des Bildes unbedingt nötig war und ist ein Blick zu den Tätern und zu den
Grenzen der Beratung von Müttern, die Opfer häuslicher Gewalt werden. Das
Handbuch endet mit Überlegungen zu Perspektiven und Konsequenzen, vor
allem zur Prävention, zur Unterstützung für Kinder, wobei auch der Aktionsplan der Bundesregierung zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und
Kinder Berücksichtigung findet.
Alles in allem: Ein notwendiges Buch! Denn im wahren Sinne des Wortes
kann es helfen, die Not von Mädchen und Jungen, die häusliche Gewalt erleben müssen, zu wenden. Das Buch schließt die überall erkennbaren Informationslücken und wird damit dazu beitragen, verbliebene Vorbehalte, ja auch Vorurteile abzubauen und zu überwinden. Vieles ist in den letzten Jahren geschafft
worden. Häusliche Gewalt wird heute nicht mehr als Privatsache verstanden,
sondern als flagrante Verletzung von Menschenrechten, die entsprechend zu
ahnden ist. Der Weg war weit, aber er hat sich gelohnt. Nun ist es hohe Zeit, den
Blick auf die mitbetroffenen Kinder zu richten, um ihnen durch Erkenntnisse
der Forschung, durch die Auswertung vorhandener Erfahrungsberichte, durch
verbesserte Ausbildung der Helfer /(-rinnen (und Berater /(-rinnen), durch gezielte individuelle Hilfe in der Beratung und durch effektive Prävention die
Hilfe zu leisten, die ihnen die Gesellschaft schuldet. Den Autoren /(-rinnen), die