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Hochuli Freund
31.7.17 S. 170
Teil 2 Arbeitsfeldspezifische Konkretisierungen und Arbeitsmaterialien
1.1
Kooperative Instrumente-Beurteilung und
-Entwicklung (KoopIn)
Die Bereichsleiterin Wohnen Erwachsene der Stiftung Schürmatt hat im Frühjahr/Sommer 2013 den Auftrag erhalten, die in der Organisation bestehende
sog. Entwicklungsplanung für den Erwachsenenbereich zu überarbeiten, sowohl für die Bereiche Wohnen als auch für die Tagesstruktur. In der neuen
Entwicklungsplanung sollte wie bis anhin eine ICF-basierte Lebensbereichanalyse stattfinden, und insgesamt einfacher handhabbar, gleichwohl aber fachlich
fundiert sein. Es sollte ein einheitlicher Rahmen für die Sozialpädagogische Prozessgestaltung (SPG) erarbeitet werden, der den Sozialpädagogen aber dennoch
einen Handlungsspielraum gewährt.
Im Juli 2013 fand im Rahmen eines Dienstleistungsprojekts ein erster gemeinsamer Workshop zur kooperativen Instrumente-Beurteilung zwischen der
Bereichsleiterin und zwei Wissenschaftlerinnen statt: Die im Erwachsenenbereich vorliegenden Instrumente zu Prozessgestaltung wurden von der
Praktikerin erfahrungsbasiert und von den Wissenschaftlerinnen vor dem Hintergrund des Konzepts KPG kritisch beurteilt, um Ansatzpunkte für die Überarbeitung zu bestimmen. Die Ergebnisse dieses Workshops wurden von den Wissenschaftlerinnen in einem Beurteilungs- und Empfehlungsbericht festgehalten.
Darin hiess es u. a., in der Stiftung Schürmatt gäbe es eine Vielzahl an Instrumenten, deren Handhabung sehr anspruchsvoll sei. V. a. aber seien diese vielen,
z. T. komplexen und in der Anwendung ressourcenintensiven Instrumente wenig miteinander verbunden, sodass der hohe Ressourceneinsatz ohne ersichtlichen Nutzen erfolge. So würden beispielsweise in einem sog. Basisbericht sehr
viele Daten erhoben, dieser Bericht würde aber kaum für die Prozessgestaltung
genutzt. Die Festlegung des sog. Kernthemas wirke beliebig, die Ziele scheinen
kaum in einem Zusammenhang beispielsweise mit dem erwähnten Basisbericht
zu stehen. Diagnostische Überlegungen im Sinne einer Verstehensbewegung
würden fehlen, die Kooperation mit Klientinnen sei nur ansatzweise verankert,
womit wichtige Aspekte einer fachlichen Fundierung des Unterstützungshandelns fehlen. Die Wissenschaftlerinnen haben der Stiftung Schürmatt empfohlen, diese fachliche Fundierung zu klären, die bestehenden Instrumente zu vereinfachen und in eine neue, einheitliche Systematik zu integrieren.
Da die Geschäftsleitung der Stiftung Schürmatt sich fast zeitgleich für ein
Dokumentationstool entschieden hat, bedeutete dies für ein solches Weiterentwicklungsprojekt nach KPG, die ausgewählten Prozessschritte und Methoden möglichst passgenau in die bestehende Software zu implementieren, was an
manchen Stellen Kompromisse erforderlich machte.
Auf dieser Grundlage startete im Februar 2014 schliesslich das Dienstleistungsprojekt KoopIn, in welchem Mitarbeitende der Stiftung Schürmatt und
der Hochschule die bestehenden Instrumente zur Prozessgestaltung kooperativ
weiterentwickelten. Zum kleinen Projektteam der Stiftung Schürmatt gehörte
2016 läuft und auf zweieinhalb Jahre angelegt ist, und an dem sieben unterschiedliche
Praxisorganisationen beteiligt sind.
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