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überlegt werden, welche Informationen aus den Akten gewonnen werden
können und welche Daten mit anderen Methoden zu erheben sind. Mögliche
Leitfragen für ein Aktenstudium sind:
• Wann, von wem, zu welchem Zweck und in welchem Kontext wurde die
Akte erstellt?
• Finden sich Aussagen, Informationen zu einem vorläufigen Thema
und/oder zum Auftrag?
• Ist die Perspektive der Klientin, der Adressatengruppe enthalten?
• Wer hat wann welche Einschätzung (z. B. Diagnose) gemacht?
• Enthalten die Akten wichtige Daten wie z. B. Medikation, Krankheiten?
• Sind die Ressourcen der Klientin bzw. der Adressatengruppe aufgeführt?
Am Ende ist zu fragen, welche Fragen sich auf Grund der Akten nicht
beantworten lassen und welche Unklarheiten bestehen oder sich ergeben.
Im Wissen, dass Akten von Professionellen angelegte und ausgewählte
Dokumentationen sind, die ein subjektiv gefärbtes Abbild der Realität
darstellen, besteht die Methode des Aktenstudiums darin, wichtigste
Informationen daraus zu entnehmen und schriftlich festzuhalten.
Bewertungen, Diagnosen sind dabei immer als Einschätzungen zu einem
bestimmten Zeitpunkt zu betrachten, die sich wieder verändern können. In
der Arbeit mit Akten ist es wichtig, offen zu bleiben, keine Vorurteile zu
bilden, nicht zu etikettieren, um zu vermeiden, dass es zu sich selbst
erfüllenden Prophezeiungen kommt. In einem anderen, neuen Kontext
können sich Menschen ganz anders entwickeln. In Akten finden sich oft
ganz wichtige Daten wie Angaben zu Medikation, zu Krankheiten. Sie geben
einen Überblick über den Unterstützungsprozess und bilden somit das
Gedächtnis einer Organisation, das es als wichtige Informationsquelle zu
nutzen gilt (vgl. Brack 2009).
8.7
Reflexion des Prozessschrittes
Die vorgestellten Methoden für die Situationserfassung sollen im Folgenden
kritisch beurteilt und Hinweise zur Evaluation des Prozessschrittes in
einem konkreten Fall formuliert werden.
8.7.1
Methodenreflexion
In Kapitel 7.4.2 haben wir die fünf Kriterien Kooperation, übergreifende
Zielsetzung der Sozialen Arbeit, Professionsethik, Anwendung in
verschiedenen Praxisfeldern und Aufwand zur Reflexion und Beurteilung
von Methoden der Sozialen Arbeit vorgestellt. Die drei Erfassungsmethoden
für den ersten Prozessschritt werden im Folgenden im Hinblick auf diese
Reflexionskriterien überprüft und beurteilt ( Abb. 13). Dabei verwenden
wir eine vierstufige Skala von + (Methode kann die Erfüllung des Kriteriums
u. U. ermöglichen) bis zu ++++ (unterstützt aktiv das Erreichen des
Kriteriums).