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Hochuli Freund
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31.7.17 S. 20
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Teil 1 Konzeptionelle Grundlagen
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zialen Arbeit angesehen werden. Die Strukturmerkmale bilden somit die
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Grundlage für professionelles Handeln. Dewe et al. bemängeln, die strukturellen Besonderheiten Sozialer Arbeit würden in Entwürfen professionellen Handelns zu wenig berücksichtigt (vgl. 2011:142). Die erste und wichtigste Anforderung an professionelles Handeln ist deshalb, die Strukturmerkmale zu
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kennen und mit den Widersprüchen umgehen zu können. Ebenso sollten die
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Spannungsfelder nach aussen kommuniziert und transparent gemacht werden,
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um mehr Klarheit für alle Beteiligten zu schaffen bzw. die Soziale Arbeit realistischer darzustellen. Für die Professionellen bringt dies »eine Entlastung von
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einseitig individuellen Selbstzweifeln« (Knoll 2010:177) mit sich und hilft viele
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Probleme auch als strukturell bedingt zu verstehen. Die Paradoxien werden im
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Folgenden skizziert, wobei bewusst der Stil von Pol versus Gegenpol gewählt
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wird und die Begriffspaare einander symbolisch als absolute Positionen gegenübergestellt werden. Neben dem Konzept KPG von Hochuli Freund und Stotz
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(2015) wird für den Vergleich dabei insbesondere auf von Spiegel (2013), Galuske (2013) und Knoll (2010) Bezug genommen.
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2.1
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Aushalten von Spannungsfeldern und Paradoxien
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Klient vs. Systeme
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Sämtliche Leistungen Sozialer Arbeit finden im Kontext verschiedener Systeme
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statt. Es besteht dabei sowohl eine Verpflichtung gegenüber den Interessen der
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Klientinnen und Klienten als auch gegenüber der eigenen Organisation, den gesetzlichen Vorgaben und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Das Bestehen
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dieser unterschiedlichen Aufträge wird als doppeltes Mandat beschrieben (vgl.
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Hochuli Freund/Stotz 2015:51f.). Es wird auch von multiplen Loyalitäten gesprochen, wenn weitere Systeme, wie die eigene Fachlichkeit, Wissenschaft,
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Berufskodex und Menschenrechte, hinzugenommen werden (vgl. Staub-Bernasconi 2007:200f., Widulle 2011:41). Die mehrfachen Aufgabenstellungen begrenzen sich teilweise gegenseitig und können zu einem Interessenskonflikt
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führen. Der Handlungsspielraum für das Wohl der Klientinnen und Klienten
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ist abhängig vom bestehenden Recht, von staatlicher oder anderweitiger Finanzierung, von der institutionellen Einbindung und der jeweiligen Verwaltungsstruktur (vgl. Galuske 2013:51). Die bürokratische Handlungslogik steht dabei
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im Widerspruch zur konkreten Arbeit und dem Umgang mit den betroffenen
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Menschen und ihrer Lebenswelt (vgl. Hochuli Freund/Stotz 2015:51f., Knoll
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2010:174). Knoll beschreibt mit dem »Widerspruch zwischen beruflich-professioneller Problemdefinition und der Alltagsbedeutung der Probleme« (Knoll
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2010:172) die Möglichkeit, dass gesellschaftliche Probleme auf den Einzelfall
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abgewälzt und damit verschleiert werden. Soziale Arbeit trägt durch ihr
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Eingreifen und das Schaffen neuer Angebote dazu bei, dass Probleme gelöst
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statt politisch thematisiert werden und verhindert allenfalls, dass Missstände
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sichtbar werden können (vgl. ebd.).
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