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• Gibt es Spiegelungsphänomene in den verschiedenen Systemen d. h. analoge Interaktionsketten und -muster (wie z. B., dass Männer sehr viel Raum einnehmen oder dass von jedem System eine Person ausgeschlossen wird)? (Vgl. Hochuli Freund 2009:1 f.) In der Kommunikation mit allen Beteiligten werden diese Dynamiken der Systemprozesse gemeinsam rekonstruiert. Dabei können zirkuläre Fragen sehr hilfreich sein (vgl. Schlippe/Schweitzer 1998:138 ff.; Schwing/Fryszer 2013:209 ff.). Die relevanten Erkenntnisse werden in Form von Hypothesen formuliert und bilden die Grundlage für die Planung der weiteren Schritte. Die systemische Analyse ist im stationären Bereich nur sinnvoll, wenn zwischen den Systemen ›Familie‹ und ›stationärer Bereich‹ (wie z. B. Wohngruppe) verglichen werden kann. Voraussetzung dazu bilden differenzierte Daten aus den betreffenden Systemen, die auf einer genauen Situationserfassung analog der Mikrosystemanalyse beruhen. Ist dies nicht der Fall, sind gezielt Informationen in den betreffenden Systemen zu sammeln. Die Daten sind gemäß den oben beschriebenen Prinzipien von den Professionellen auszuwerten und in einem zweiten Schritt mit allen Beteiligten auszutauschen. Sie stellt eine teilstandardisierte Methode dar, die in fast allen Kontexten der Kinder- und Jugendhilfe einsetzbar ist und qualitative Aussagen generiert, die auf der systemischen Denkweise beruhen.
9.8
Reflexion des Prozessschrittes
Die vorgestellten Methoden für die Analyse werden im Folgenden einer kritischen Reflexion unterzogen. Anschließend finden sich Fragen zur Evaluation des Prozessschrittes in einem konkreten Fall.
9.8.1
Methodenreflexion
Gemäß den in Kapitel 7.4 erstellten Kriterien zur Reflexion und Beurteilung von Methoden der Sozialen Arbeit überprüfen wir die vorgestellten Analysemethoden und beurteilen sie gemäß den fünf Reflexionskriterien ( Kap. 7.4). Die meisten der hier vorgestellten Analysemethoden entsprechen professionsethischen Ansprüchen und übergreifenden Zielsetzungen Sozialer Arbeit; bei den rein quantitativen Klassifikationssystemen (wie z. B. PIE) oder Instrumenten mit engem Fokus (wie z. B. Genogramm) gilt dies nur eingeschränkt. Viele der vorgestellten Methoden erfüllen den fachlichen Standard, dass sie in Kooperation mit Klientinnen angewendet werden und die Einschätzungen (auch) der Klientinnen aufgenommen werden. Eine Ausnahme bildet ein Teil der quantitativen Verfahren, die ausschließlich die Expertensicht aufnehmen (wie z. B. die Risiko-Ressourcen-Analyse des Bayrischen Landesjugendamts). Aber auch Analysemethoden für die Fachebene (wie etwa die Fallinszenierung oder die Reflexion des eigenen Erlebens) haben ihre Berechtigung, wenn sie in Kombination mit Methoden eingesetzt werden, welche die Einschätzungen von Klienten aufnehmen (wie etwa Silhouette oder Netzwerkkarte) bzw. eine gemeinsame