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Evaluation der eigenen Arbeit und die Weiterentwicklung der Methoden selbst. Sozialkompetenzen Dies sind Dispositionen, kommunikativ und kooperativ zu handeln, soziale Beziehungen im beruflichen Kontext bewusst zu gestalten. Unter Sozialkompetenzen werden innere Voraussetzungen verstanden, Konflikte zu lösen, Kritik anzunehmen, verschiedene Rollen einzunehmen, in einer Gruppe, in einem Team aufgaben- und zielorientiert zu kooperieren (vgl. Landwehr/Müller 2006:26; Erpenbeck/Rosenstiel 2007:XXIII f.; Cassée 2019:31 ff.). Mit dem Begriff Kompetenz weicht die Sachorientierung (Qualifikation) einer Subjektzentrierung (Kompetenz). Wichtig werden die persönlichen Dispositionen, die adäquate Leistungen hervorbringen. Kompetenzen sind demnach nicht direkt prüfbar, sondern nur auf die Realisierung der Dispositionen in einem bestimmten Kontext erschließbar. Damit wird deutlich, dass in den in Kapitel 2 aufgeführten Praxisfeldern der Sozialen Arbeit keine direkte Kompetenzenmessung möglich ist. Für die Soziale Arbeit bestehen keine allgemeingültigen Kompetenzen. Viele Ausbildungsinstitutionen entwickeln Kompetenzenprofile in Bezugnahme auf den aktuellen nationalen und internationalen Fachdiskurs. So definiert z. B. die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW CH das Kompetenzenprofil auf der Basis desjenigen der Schweizerischen Fachkonferenz Soziale Arbeit SASSA. Dabei werden zwei Ebenen berücksichtigt: Die Ebene der Wissenserzeugung und die Ebene von Fachund Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen zur Erreichung einer umfassenden Professionskompetenz (vgl. Hochschule für Soziale Arbeit 2008:2 f.). Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich Professionskompetenz dadurch auszeichnet, in den nicht standardisierbaren Handlungsanforderungen beruflicher Praxis in der Sozialen Arbeit Handlungsfähigkeit zu erlangen und Wissensbestände situations- und aufgabenbezogen nutzen zu können. Da es immer um andere Menschen geht und damit um die Wahrung des Respekts der Menschenwürde sowie der Wahrung und Unterstützung einer möglichst hohen Lebensautonomie, sind die Kompetenzen immer rückzubinden an die Haltung der Professionellen ( Kap. 4.1). Der vorgestellte Kompetenzenbegriff weist demnach auf die Notwendigkeit hin, dass Sozialpädagoginnen in der Ausbildung von Selbstorganisationsdispositionen eine professionelle Grundhaltung entwickeln, die ihr Handeln in der Praxis leitet. Ob es sich dabei um eine Grundhaltung handelt oder um einen professionellen Habitus, wie dies im aktuellen Fachdiskurs ebenfalls vorgeschlagen wird (Dewe/Otto 2011; Oevermann 2000b, 2001; Becker-Lenz/Müller 2009), soll im folgenden Kapitel erörtert werden.
6.2.2
Habitus und Grundhaltung