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Hochuli Freund
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31.7.17 S. 230
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Teil 3 Fallarbeit mit KPG
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vor ist Lea aber insgesamt eher zurückhaltend, besonders gegenüber Knaben
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verhält sie sich noch immer sehr distanziert.
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3
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Folgerungen
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Die intensive Auseinandersetzung mit dem Konzept KPG erlebte ich als wertvoll und lehrreich. Ich musste mir bewusst Zeit nehmen, die einzelnen Schritte
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detailliert zu planen, durchzuführen und zu reflektieren. Dadurch kam ich zu
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wichtigen Erkenntnissen, die ich auch mit meinen Arbeitskolleginnen teilen
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konnte.
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So realisierte ich, wie wichtig die Kooperation mit dem Kind ist. Zuvor ging
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ich davon aus, dass Kinder nicht in alle Prozessschritte miteinbezogen werden
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können. Diese Ansicht veränderte sich durch diese Fallarbeit. Das Mädchen
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›Lea‹ beteiligte sich wider Erwarten aktiv an den Gesprächen zu Analyse und
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Diagnose, wir kamen in einen wertvollen Diskurs, und dadurch entstand eine
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ganz neue Basis für die weitere Zusammenarbeit. Es war meine eigene Angst,
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dass Lea nichts sagen würde oder dass ich nicht wüsste, wie mit der Situation
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umzugehen, die mich fast daran gehindert hätte, den dialogischen Verständigungsprozess bei der Diagnose zu wagen.
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Nicht nur die Kooperation bekam für mich mehr Gewicht, sondern auch der
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Theorie-Praxis-Transfer und die Methodenwahl. Ich konnte die Erfahrung machen, wie hilfreich Fachwissen aus Forschungen und Literatur für den Arbeitsprozess ist. Ebenso wurde mir bewusst, was geeignete Methoden bewirken können. Wenn ich nur mit dem ICF-Formular gearbeitet hätte, wären wichtige
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Daten zur Selbstsicht von Lea nicht zum Vorschein gekommen. Nun sehe ich,
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wie wichtig es ist, sich mit verschiedenen Methoden auseinanderzusetzen und
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die für das jeweilige Kind geeigneten auszuwählen.
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Auch erkannte ich, wie wichtig es ist eine soziale Diagnose zu machen, also
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einen Fall zu verstehen, bevor man Ziele formuliert und Interventionen plant.
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Die Verknüpfung von Fall und Theorie macht professionelles Arbeiten aus – es
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reicht nicht aus, wenn Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sich ausschliesslich auf Erfahrungswissen beziehen. Durch die theoriegeleiteten Fallüberlegungen entstand ein besseres Verständnis für Situation und Verhalten
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von Lea. Daraus wiederum ergab sich eine neue inhaltliche Ausrichtung bei den
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Zielen und Interventionen.
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Dieses strukturierte, sorgfältige Vorgehen habe ich als sehr anregend erlebt.
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Es gibt in der Sozialen Arbeit eben kein Rezept, es gibt keine feststehenden
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Kausalbeziehungen, unser Handeln ist nur sehr begrenzt standardisierbar. Genau das macht diese Profession für mich so spannend und herausfordernd zugleich. Dank dem Konzept der KPG kann ich mich im Arbeitsalltag orientieren,
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an welcher Stelle ich mich im Arbeitsprozess mit einem Kind gerade befinde
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(vgl. Hochuli Freund/Stotz 2015:141). Es erleichtert mir den Überblick zu be230
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