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Hochuli Freund
31.7.17 S. 154
Teil 2 Arbeitsfeldspezifische Konkretisierungen und Arbeitsmaterialien
Betreuern) angeregt werden. Es handelt sich dabei jedoch um ein freiwilliges
Angebot, und ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit stellt die Grundvoraussetzung zur Durchführung einer Bedarfsermittlung dar. Eine KB dauert in der Regel vier bis sechs Monate. Während dieser Zeit finden regelmässige Treffen mit
den Klienten alleine statt. Bei Bedarf werden Angehörige, Bezugspersonen oder
andere Fachkräfte mit einbezogen und weitere Informationen eingeholt. Im Folgenden werden der Ablauf einer KB und die dabei verwendeten Methoden und
Instrumente vorgestellt. Anhand eines Beispiels eines Abschlussberichts wird
zudem das konkrete Ergebnis einer Bedarfsermittlung veranschaulicht.
2.1
Das Verfahren Kooperative Bedarfsermittlung und die
verschiedenen Instrumente
Vor dem Beginn einer KB wird interessierten Klientinnen und Angehörigen in
einem Erstgespräch erläutert, was das Ziel der KB ist und wie diese ablaufen
kann. Dabei werden auch Motivation, Erwartungen und Bereitschaft zur Zusammenarbeit geklärt und eine erste Einschätzung zur Lebenssituation der
Klienten eingeholt.
Aufbau einer Arbeitsbeziehung und Informationsgewinnung
Eine KB beginnt die fallführende Fachkraft meist mit einer Lebensweltorientierten Einzelaktivität gemeinsam mit einer Klientin. Dabei finden verschiedene
Aktivitäten in der Lebenswelt des Klienten statt, die er sich aussuchen kann
(z. B. Spaziergang, Eis essen, Training des Fussballvereins etc.). Diese gemeinsamen Aktivitäten ausserhalb eines formellen (Beratungs-)Settings dienen dem
Aufbau einer Arbeitsbeziehung und lockern die Atmosphäre. Gleichzeitig dienen sie dazu, vor Ort Informationen über das Umfeld und die Bezugssysteme
der Klientinnen zu sammeln und diese in ihrer Lebenswelt zu erleben. Ebenfalls
werden für die Situationserfassung bestehende Akten der Klienten gesichtet und
gegebenenfalls weitere Auskünfte von involvierten Hilfesystemen, der Arbeitsstelle oder dem persönlichen Umfeld eingeholt.
Analyse gemeinsam mit Klientinnen
Mit Hilfe verschiedener Instrumente und Methoden werden anschliessend gemeinsam Informationen zu Biografie, Ressourcen, Schwierigkeiten, sozialen Beziehungen, Wünschen und Befürchtungen erhoben, dokumentiert und ausgewertet. Bei der Entwicklung des Methoden-Sets wurden Instrumente aus dem
Konzept KPG genutzt, auf in der Organisation bereits vorhandene, bewährte
Instrumente zurückgegriffen und auf dieser Grundlage weitere, neue Arbeitsmittel erstellt. Fast alle Instrumente können je nach Beeinträchtigung der
Klienten mit Bildkarten oder Ähnlichem ergänzt und/oder vereinfacht werden. Die Veranschaulichtung der Methoden hat sich als sehr hilfreich erwiesen.
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