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Hochuli Freund

31.7.17 S. 122

Teil 1 Konzeptionelle Grundlagen

Es stellt sich abschliessend die Frage, inwieweit die beiden Konzepte miteinander kombiniert werden können, ob es möglich ist, nach dem Konzept KPG und gleichzeitig systemisch zu arbeiten. Diese Frage lässt sich mit einem grundsätzlichen ja, aber beantworten. Werden die beiden Konzepte ernst genommen wird deutlich, dass nicht alle Ansprüche beider Konzepte gleichermassen eingelöst werden können. Überzeugte Systemiker werden KPG eher nicht nutzen wollen, das darin vorgesehene methodische Arbeiten ist dazu wohl zu strukturiert. Aus Sicht von KPG und diese ist ja der Fokus dieses Buches erscheint es wichtig, den zentralen Mehrwert des Konzepts, die klare Strukturierung, Komplexitätsreduktion und Fokussierung in der analytisch-diagnostischen Phase als Grundlage zu nehmen und damit der Ordnungsfunktion von Hypothesenbildung Rechnung zu tragen. Es kann jedoch ein grosser Gewinn sein, dabei auch Elemente aus der systemischen Arbeit zu nutzen. Nach KPG ist eine Analyse mehrperspektivisch vorzunehmen das entspricht bereits einem systemischen Zugang. Neu und vielversprechend erscheint das systemische Denken in Richtung weg von Kausalitäten, hin zu Wechselwirkungen. Systemische Hypothesen können in der Diagnose ein wichtiges Arbeitsinstrument sein, um die Fallthematik auch mittels ausformulierter Annahmen über Wechselwirkungen in einem sozialen System zu erhellen. Zentral in der Diagnose nach KPG ist jedoch auch, Erklärungen überhaupt zu formulieren und damit diskutierbar zu machen gerade wenn es sich um kausale Zuschreibungen handelt. Denn Erklärungen sind stets wirksam, ob sie ausgesprochen sind oder nicht. Nur wenn eigene implizite Erklärungen in ein Gespräch eingebracht werden, kann zielführend damit gearbeitet werden. Dies wiederum ist ein Aspekt, welchem in der systemischen Arbeit wenig Beachtung geschenkt wird.

Literatur Beller, Siegfried (2004). Empirisch forschen lernen. Konzepte, Methoden, Fallbeispiele, Tipps. Bern: Hans Huber. Bortz, Jürgen/Schuster, Christof (2010). Statistik für Human- und Sozialwissenschaftler. 7. Aufl. Berlin: Springer. Boscolo, Luigi/Bertrando, Paolo (1994). Die Zeiten der Zeit. Eine neue Perspektive in systemischer Therapie und Konsultation. Heidelberg: Carl Auer. Dällenbach, Regula/Rüegger, Cornelia/Sommerfeld, Peter (2014). Zur Implementation von Diagnoseinstrumenten. In: Gahleitner, Silke Brigitta/Hahn, Gernot/Glemser, Rolf (2014). Psychosoziale Diagnostik. Klinische Sozialarbeit. Bd. 5. Köln: Psychiatrie-Verlag. Galuske, Michael (2013). Methoden der Sozialen Arbeit. Eine Einführung. 10. Aufl. Bearbeitet von Karin Bock und Jessica Fernandez Martinez. Weinheim: Beltz Juventa. Hartmann, Florian G./Lois, Daniel (2015). Hypothesen. In: (Hrsg.). Hypothesen Testen. Eine Einführung für Bachelorstudierende sozialwissenschaftlicher Fächer. Springer: Berlin. S. 516. Hochuli Freund, Ursula/Sprenger-Ursprung, Raphaela (2016). Kooperative Prozessgestaltung. Mit Klient/-innen gemeinsam handeln. Sozialmagazin 910. S. 4856.

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