Generated pages/ subfolders for all documents: - arbeit: 386 pages - praxis: 297 pages - EPG: 11 pages Page numbers are 0-based PDF indices matching the book viewer. Extracted using pdftotext.
50 lines
2.9 KiB
Markdown
50 lines
2.9 KiB
Markdown
zu formulieren und dabei zu übersehen, dass Ziele für einen Menschen gar
|
||
nicht unbedingt konkret, sondern vor allem bedeutsam sein sollen, damit
|
||
sie motivierend und wegweisend für einen Veränderungsprozess wirken.
|
||
In unserem Konzept werden im Prozessschritt Zielsetzung deshalb
|
||
ausschließlich Grobziele formuliert. Sie sollen analyse-diagnosebasiert
|
||
entwickelt werden und für die Beteiligten wichtig und motivierend sein. Die
|
||
vereinbarten Grobziele sind gut zu dokumentieren. Sie dienen als wichtige
|
||
Grundlage für die Weiterarbeit und ermöglichen eine gemeinsame
|
||
Ausrichtung des Handelns.
|
||
|
||
11.5
|
||
|
||
Reflexion des Prozessschrittes
|
||
|
||
Die vorgestellten methodischen Hilfsmittel und Vorgehensweisen werden
|
||
nachfolgend einer kritischen Reflexion unterzogen. Da bei der Zielsetzung
|
||
im Gegensatz zu den vorhergehenden Prozessschritten nicht von
|
||
abgrenzbaren Methoden im eigentlichen Sinne gesprochen werden kann,
|
||
geschieht die Reflexion in summarischer, zusammenfassender Weise.
|
||
|
||
11.5.1 Methodenreflexion
|
||
Kennzeichen für unsere Auswahl der methodischen Herangehensweise, den
|
||
methodischen Überlegungen, bildet die größtmögliche Beteiligung auf
|
||
Klientenseite, um den Kooperationsaspekt optimal auszugestalten. Insofern
|
||
sehen alle methodischen Schritte bei der Zielfindung den direkten Einbezug
|
||
der Klientinnen vor. Ausnahme bildet das Formulieren von
|
||
Unterstützungszielen. Diese können auch gebildet werden, wenn mit
|
||
Klienten noch keine Einigung im Bereich von Bildungszielen erzielt werden
|
||
kann (z. B. im Zwangskontext). Sie sollen einen Prozess auf der Fachebene
|
||
in Gang setzen, wie Klientinnen für die Zusammenarbeit zu gewinnen sind –
|
||
so, dass diese einen Sinn erkennen und in Zukunft für sich eigene
|
||
Bildungsziele formulieren können.
|
||
Die Kooperation mit Professionellen wird nur am Rande (im Zusammenhang
|
||
mit den Unterstützungszielen) erwähnt, weil der Zielfindungsprozess auf
|
||
die Klienten fokussiert ist. Die methodischen Überlegungen und
|
||
Vorgehensweisen lassen aber in jedem Punkt das (kritische) Einbringen von
|
||
Ideen, Vorschlägen etc. weiterer beteiligter Professionellen zu, um den
|
||
Horizont für zusätzliche Perspektiven zu öffnen. Die grundlegenden
|
||
Zielsetzungen Sozialer Arbeit stellen als Basis für alle Überlegungen zur
|
||
Zielentwicklung eine übergeordnete Leitlinie dar. Allerdings ergibt sich ein
|
||
potentielles Spannungsfeld zwischen den grundlegenden Zielsetzungen und
|
||
den in der Praxis weit verbreiteten S.M.A.R.T.-Kriterien. Hier ist jeweils zu
|
||
prüfen, inwieweit die Idee der Messbarkeit mit dem Gedanken an
|
||
größtmöglicher Autonomie in der Lebensführung vereinbar ist. Es gilt
|
||
kritisch zu reflektieren, ob im Prozessschritt Zielsetzung tatsächlich
|
||
bedeutsame, motivierende Grobziele vereinbart wurden, welche auf der
|
||
Basis eines gemeinsamen analytisch-diagnostischen Suchprozesses
|
||
entwickelt wurden und Veränderungsenergie enthalten, und ob die später
|
||
im Rahmen der Interventionsplanung formulierten überprüfbaren Feinziele
|