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Beobachtungsbogen zur fallspezifischen Konkretisierung
In einem ersten Schritt werden Vorinformationen, mögliche Themen und
Hypothesen vergegenwärtigt. Es ist zu fragen, was das Thema ist, was
Anlass gibt für die Beobachtung, unter welcher Fragestellung und mit
welchem Ziel sie geschehen soll. Unter Berücksichtigung des
organisatorischen Kontextes und des Settings ist eine angemessene
Beobachtungsform, eine entsprechende Situation und ein geeigneter
Zeitraum (Realitätsausschnitt) zu wählen. Es ist zu klären, wer wen
beobachten soll und wer weitere Beteiligte sind. Die Mittel und die Art der
Aufzeichnung wie z. B. Video, Strichliste, schriftliche Notizen werden
festgelegt (Was soll genau und in welcher Weise beschrieben werden?).
Ein ähnliches Frageleitschema hat Kobi für die strukturierte Beobachtung
entwickelt. Die acht W-Fragen dienen sowohl zur Planung wie zur
Kontrolle der Beobachtung:
• Wen? → die beobachtete Person
• Was? → das beobachtete Verhalten
• Wo? → die Situation
• Wann? → Zeitpunkt/Dauer
• Warum? → Anlass
• Wozu? → Zielsetzung, Sinn, Zweck
• Wie? → Form der Beobachtung
• Wer? → die beobachtende Person (vgl. Kobi 1996:32)
In jedem Beobachtungsbogen sollen nachstehende Rubriken enthalten sein
( Abb. 9):
Abb. 9: Kopfzeile eines Beobachtungsbogens
Die weitere Ausgestaltung des Bogens ist abhängig von Zielsetzung, Thema,
Fokussierung, Vorwissen und Ausgangslage der Beobachtungssequenz.
Geschieht die Beobachtung zu einem Thema frei, kann der zweite Teil des
Bogens entsprechend offen strukturiert sein. Neben der Rubrik
themenbezogene Beobachtungen ist ein Feld vorzusehen für
Selbstbeobachtungen und erste Einschätzungen des Beobachtenden (
Abb. 10). Allgemeine Beobachtungen erstrecken sich in der Regel über
einen längeren Zeitraum. (So können z. B. bei Menschen mit schweren
Entwicklungsbeeinträchtigungen über ein halbes oder ganzes Jahr
Beobachtungen angestellt und dokumentiert werden, die dann erst eine
umfassendere Einschätzung ermöglichen). Erfolgen Beobachtungen