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Die Formen der Zusammenarbeit können also ganz unterschiedlich sein,
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und aus jeder Arbeitsform ergibt sich ein spezifischer Koordinationsbedarf.
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Diese interpersonelle Ebene von Kooperation erfordert
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Abstimmungsprozesse, die zudem Prozessen der Gruppendynamik
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unterliegen. So übernehmen die Teammitglieder verschiedene Rollen, und
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sie müssen miteinander kommunizieren, um ihre Anstrengungen
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erfolgreich koordinieren zu können (vgl. Van Dick/West 2005:1). Es gibt
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zahlreiche Modelle zu Phasen der Teamentwicklung und zur
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Rollenaufteilung im Team, die zum Verständnis der gruppendynamischen
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Prozesse beitragen können (vgl. z. B. ebd.:22 ff., Francis/Young 1996:21 f.,
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Senge et al 1996:405 ff.).
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Kompetenzen
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Eine Sozialpädagogin braucht spezifische Kompetenzen, um in der
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beschriebenen Weise gemeinsam mit andern Professionellen eine soziale
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Dienstleistung erbringen zu können. Im Kompetenzprofil der Hochschule
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für Soziale Arbeit der FHNW werden diese als soziale Kompetenzen
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bezeichnet. Sie umfassen u. a. kommunikative Fähigkeiten, Kritikfähigkeit
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(z. B. sachlich Kritik üben und annehmen können), Konfliktfähigkeit (z. B.
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Konflikte wahrnehmen, eigene und fremde Anteile erkennen, Konflikte
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konstruktiv bearbeiten können) und Teamfähigkeit (z. B. Rollen klären,
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gemeinsam und aufgabenteilig auf ein Ziel hin arbeiten können) (vgl.
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Hochschule für Soziale Arbeit 2008, Kap. 6.2.1).
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Auf dieser individuellen Ebene von Kooperation spielen
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Persönlichkeitsmerkmale, Werthaltungen und Einstellungen sowie
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Vertrauen eine wichtige Rolle. Das in der Persönlichkeitspsychologie
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gängige Fünf-Faktoren-Modell (FFM) postuliert fünf unabhängige und
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weitgehend kulturstabile Faktoren als Hauptdimensionen der
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Persönlichkeit: Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen,
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Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit (vgl. Pervin et al. 2005:317 ff.). Für
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Kooperation gelten die folgenden Persönlichkeitsmerkmale als förderlich:
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emotionale Stabilität, Extraversion (Gesprächigkeit, Aktivität, Initiative),
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Offenheit für Erfahrungen (Intellektualität, Kultiviertheit), Verträglichkeit
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(Freundlichkeit, Höflichkeit) und Gewissenhaftigkeit
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(Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Ausdauer) sowie Empathie
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(als Fähigkeit, sich in andere hineinversetzen zu können (vgl. Balz/Spieß
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2009:21). Hinsichtlich Werthaltungen wird insbesondere von sozialen
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Werten angenommen, dass sie kooperatives Verhalten beeinflussen. Diese
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betonen die kollektive Moral, soziale Interessen und soziale Verantwortung
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sowie Sorge um andere. Bei der Einstellung wird zwischen kooperativem
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und kompetitivem (d. h. wettbewerbsorientiertem) Verhalten
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unterschieden. Menschen mit einer kooperativen Einstellung haben sich
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gemäß sozialpsychologischer Studien als flexibler herausgestellt, sie geben
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der anderen Partei zunächst einen Vertrauensvorschuss (vgl. ebd.:22).
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Damit sind geeignete Persönlichkeitsmerkmale von Sozialpädagoginnen
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umschrieben, die für die intraprofessionelle Kooperation wichtig sind. Aber
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auch für die interprofessionelle Kooperation – die im Folgenden beleuchtet
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werden soll – sind dies günstige individuelle Voraussetzungen.
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