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Hochuli Freund
31.7.17 S. 146
Teil 2 Arbeitsfeldspezifische Konkretisierungen und Arbeitsmaterialien
Art der kritischen Rückschau ermöglicht nicht nur persönliches Lernen, sondern unterstützt auch das eigene Wohlbefinden.19
3
Professionelle Grundhaltung und
Arbeitsprinzipien
KPG ist ein professionstheoretisch fundiertes, methodenintegratives Konzept
für professionelles Handeln. Klienten werden von Anfang an als aktiv handelnde Akteure gesehen. Dies macht die Methodik KPG zu einem wichtigen
Handlungsansatz für die Gestaltung von Unterstützungsprozessen im Eingliederungsmanagement. Im vorangehenden Kapitel wurden Strukturierungsmöglichkeiten vor dem Hintergrund von KPG vorgestellt und es wurde dargelegt, welche Methoden und methodischen Hilfsmittel in den einzelnen Prozessschritten
genutzt werden können. Das professionelle Handeln in einem der Arbeitsfelder
von Eingliederungsmanagement nach KPG zu gestalten, beschränkt sich jedoch
nicht auf die Anwendung von Methoden. Es bedeutet auch und v. a., eine bestimmte professionelle Grundhaltung zu entwickeln und zu internalisieren. Diese Grundhaltung sowie die sich daraus ergebenden Arbeitsprinzipien werden
abschliessend stichwortartig umschrieben:
• Aushalten und Ausbalancieren des Spannungsfeldes zwischen Hilfe und
Kontrolle
Eine Sozialarbeiterin bringt ihr anwaltschaftliches Selbstverständnis und
Engagement für die Interessen der Klienten zum Ausdruck und macht zugleich deutlich, dass sie als Vertreterin einer sozialstaatlich finanzierten
Organisation handelt. Sie legt ihre Kontrollaufträge, Vorgaben und
Anordnungen transparent dar.
• Professionsethische Ausrichtung an den Zentralwerten der Profession
Sozialpädagogen nehmen Bedürfnisse, Wünsche und Lebensentwürfe von
Klientinnen ernst. Sie sind bestrebt, deren Selbstbestimmung zu unterstützen und zugleich ihre berufliche und soziale Integration zu gewährleisten.
• Bescheidenheit in Bezug auf die eigene Einfluss- und Wirkungsmöglichkeiten
Berufliche (Re-)Integration unterliegt keiner Herstellungslogik:20 Sie kann
19 So betrachtet ist eine institutionalisierte Evaluation eine Massnahme zur Burnout-Prophylaxe. Denn eine institutionalisierte Evaluation ermöglicht nicht nur eine wertschätzende Distanznahme zum eigenen Handeln, sondern zugleich auch eine Pause im oft
durch Hektik geprägten Berufsalltag (Hochuli Freund/Stotz 2015:314f.).
20 In der Typologie des Tätigseins, die Hannah Arendt (1996 ) entworfen hat, werden
die Unterschiede zwischen der Logik des Herstellens (einer Tätigkeitsform, die sich
auf die Bearbeitung von Materie bezieht wodurch sich beispielsweise Gebrauchsge-
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