2026-001/documents/arbeit/pages/159.md
KPG Mentor 0cec1b5740 feat: extract individual page markdown files from PDFs
Generated pages/ subfolders for all documents:
- arbeit: 386 pages
- praxis: 297 pages
- EPG: 11 pages

Page numbers are 0-based PDF indices matching the book viewer.
Extracted using pdftotext.
2026-03-05 11:13:56 +00:00

45 lines
2.4 KiB
Markdown
Raw Blame History

This file contains ambiguous Unicode characters

This file contains Unicode characters that might be confused with other characters. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.

8
Situationserfassung
In diesem Kapitel wird der erste Schritt gemäß dem Modell Kooperativer
Prozessgestaltung erläutert. Nach Ausführungen zu Aufgaben, Zielsetzung
und Vorgehen werden methodische Hilfsmittel zur Situationserfassung und
die drei Methoden Erkundungsgespräche, Beobachtung und Aktenstudium
vorgestellt. Das Kapitel schließt ab mit Reflexions- und
Evaluationsüberlegungen und einem Überblick über die wichtigsten
Aspekte in diesem Prozessschritt. Die Situationserfassung wird maßgeblich
strukturiert durch den Auftrag in einem Fall. Der Auftrag begründet den
Kontakt und die Arbeitsbeziehung zwischen Sozialarbeiterin und Klientin,
er bildet den Anlass für einen Unterstützungsprozess. Das zeigt, dass dem
Auftrag eine dem ganzen Prozess übergeordnete Bedeutung zukommt.
Deshalb beginnen wir dieses Kapitel mit einem Exkurs zum Thema Auftrag.
8.1
Aufträge und Auftragsklärung
Es können drei verschiedene Arten von Aufträgen unterschieden werden:
der Auftrag der Sozialen Arbeit, der Organisationsauftrag und der
klientenbezogene Auftrag.
Aus dem allgemeinen Professionsauftrag der Sozialen Arbeit lässt sich ihre
Zielsetzung ablesen, die wir mit den Begriffen soziale Gerechtigkeit, soziale
Integration und Autonomie in der individuellen Lebenspraxis umschrieben
haben ( Kap. 2.2.2, Abb. 4). Dieser übergeordnete Auftrag wird in jeder
Praxisorganisation konkretisiert. Der Organisationsauftrag beinhaltet
Aussagen über die Zielgruppe, er wirkt wie ein Filter für die Klienten, die
eine Organisation aufsuchen bzw. dorthin zugewiesen werden. Zugleich
sind diesem organisationsspezifischen Auftrag Hinweise zu entnehmen, mit
welchen Themen und Anliegen Klientinnen in die Organisation kommen.
Beispielsweise bietet das Gemeinschaftszentrum offene Angebote für die
Bewohnerinnen eines Quartiers, mit all ihren unterschiedlichen
Bedürfnissen; in die Justizvollzugsanstalt werden erwachsene Männer
eingewiesen, die eine Haftstrafe zu verbüßen haben und danach wieder
gesellschaftlich integriert werden sollen; in die Suchtberatungsstelle
kommen Menschen mit Suchtproblemen.
Der klientenbezogene Auftrag ist spezifischer, er enthält Angaben über die
Themen, die zu bearbeiten sind. Er muss sich unter dem Dach eines
Organisationsauftrags einordnen lassen, damit das erforderliche Wissen
und die Mittel zur Bearbeitung vorhanden sind. Eigentlich ist es
unangemessen von dem einen Auftrag zu sprechen, sind doch in Bezug auf