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Lebenslagen und Orten und auf verschiedenen Ebenen soziale Probleme
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von Einzelnen, Gruppen und Gemeinwesen zu bearbeiten und einer Lösung
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zuzuführen hat, nimmt die Methodik Bezug auf alle Praxisfelder der
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Sozialen Arbeit und ist praxisfeldübergreifend einsetzbar. Wir verstehen das
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Konzept Kooperative Prozessgestaltung als Antwort auf die speziellen
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Anforderungen in der Sozialen Arbeit, die durch die konstitutiven
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Rahmenbedingungen professionellen Handelns charakterisiert sind (wie
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z. B., dass Zuständigkeiten für die Lösung komplexer Problemlagen oftmals
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unklar sind und dass das Handeln nicht standardisiert werden kann,
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Kap. 3.2.1 und Kap. 3.2.3). Angesichts der Komplexität möglicher
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Themen- und Problemstellungen und der latenten Verstrickung der eigenen
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Person in Hilfeprozesse ist an eine technologische Anwendung erworbener
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Wissensbestände nicht zu denken. Die in diesem Lehrbuch hergeleitete und
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aufbereitete Methodik orientiert sich an diesen Rahmenbedingungen. Im
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Zentrum steht ein verstehender Zugang zu Klienten und Problemlagen –
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denn nur auf der Grundlage eines vertieften Verständnisses von
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Entstehungsbedingungen, aktueller Lebenslage, Ursachen für ein
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Verhaltensmuster etc. können sinnvolle Interventionen geplant und
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umgesetzt werden. Im Konzept werden die grundlegenden Strukturen von
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Unterstützungsprozessen (in der Bundesrepublik Deutschland meist
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Hilfeplanung genannt) sowie ausgewählte Methoden und Instrumente
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herausgearbeitet und in einer Systematik geordnet dargestellt. Damit wird
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eine Übersicht über einzelne Schritte sozialarbeiterischer und
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sozialpädagogischer Tätigkeit ermöglicht und zugleich deren innerer
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Zusammenhang dargelegt. Ziel ist, dass Professionelle das eigene Handeln
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entlang eines roten Fadens strukturieren können, dass sie erkennen und
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begründen können, was sie tun, wenn sie etwas tun, und dass sie in
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Transparenz das planen können, was auch tatsächlich planbar ist. Ebenso
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wird das Strukturmerkmal der sog. Koproduktion berücksichtigt, das
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besagt, dass Professionelle und Klientin stets gleichzeitig und gemeinsam
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an der Lösung eines Problems arbeiten ( Kap. 3.2.4). Unterstützungs- und
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Vernetzungsprozesse werden gemäß unserem Konzept immer in
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Kooperation mit Klientinnen, Klientensystemen und größeren sozialen
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Systemen realisiert. Die Bezeichnung des Konzepts weist auf den hohen
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Stellenwert und die grundlegende Bedeutung der Kooperation in der
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Gestaltung von Unterstützungsprozessen hin.
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Dreh- und Angelpunkt des Konzepts ist ein Prozessmodell. Dieses bietet
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eine Struktur für die Gestaltung des professionellen Handelns, bei der die
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Komplexität in einem Fall in einzelnen Prozessschritten stets angemessen
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berücksichtigt und immer wieder auch so reduziert wird, dass sie
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handhabbar wird und keine wesentlichen Aspekte wegfallen. Es geht
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einerseits um den Prozess des Nachdenkens auf der Fachebene (d. h. einer
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Fachkraft allein, aber auch in einem Team und in der Kooperation mit
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anderen Professionen und Hilfesystemen) und andererseits um die
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Gestaltung eines Such- und Problemlösungsprozesses gemeinsam mit
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einem Klienten, allenfalls auch dem Klientensystem, manchmal auch mit
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einer Gruppe. Das methodenintegrative Lehrbuch zeigt auf, in welcher Weise
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– vor dem Hintergrund von Wissen aus der Sozialen Arbeit und relevanter
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Nachbarsdisziplinen sowie einem professionellen Selbstverständnis –
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methodisches Wissen, reflektiertes Erfahrungswissen und Kompetenzen
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gewinnbringend in einen Hilfeprozess eingebracht werden können.
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