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Hochuli Freund
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31.7.17 S. 71
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Kooperative Prozessgestaltung als Beitrag zum
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ethischen Handeln in der Sozialen Arbeit
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Kathrin Schreiber
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Ziel dieses Beitrages ist es, eine Brücke zu schlagen zwischen Ethik, Moral und
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Professionalität in der Sozialen Arbeit und aufzuzeigen, inwiefern das Konzept
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Kooperative Prozessgestaltung (KPG) diesen Brückenschlag in der Praxis der
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Sozialen Arbeit unterstützt.
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Obwohl das Verhältnis Sozialer Arbeit zu Moral und Ethik in der Vergangenheit von unterschiedlichen Seiten problematisiert, hinterfragt und neu gedacht wurde,1 besteht offenbar nach wie vor Diskussionsbedarf bezüglich der
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ethisch-moralischen Legitimation Sozialer Arbeit. »Nur moralisch – oder auch
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noch ethisch?«, titelt beispielsweise Andreas Lob-Hüdepohl (2011) und sensibilisiert in seinem Artikel Praktikerinnen und Praktiker für die Bedeutung von
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Moral und die Notwendigkeit ethischer Reflexion in der Soziale Arbeit. Unter
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welchen Voraussetzungen aber gelingt die Umsetzung einer ethisch-moralischen
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Orientierung im professionellen Alltagshandeln? Wie kann der Weg von der
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(gut gemeinten) Reflexion zur konkreten, ethisch reflektierten Handlung tatsächlich gestaltet und realisiert werden?
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Um dieser Frage nachzugehen, wird in einem ersten Teil des Beitrags kurz in
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die Begriffe Ethik und Moral eingeführt und dargelegt, inwiefern professionelle
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Soziale Arbeit auf eine ethische Reflexion moralischer Begründungen angewiesen ist. Im zweiten Teil soll aufgezeigt werden, inwiefern verschiedene Elemente
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des Konzepts KPG Professionelle der Sozialen Arbeit in der ethischen Reflexion
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und im darauf basierenden, ethisch reflektierten Handeln unterstützen, um
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dann im Schlussteil zusammenfassend darzulegen, welche Wirkungen eine
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Orientierung am Konzept KPG auf die Professionalität und damit auf die
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ethisch-moralische Qualität konkreter Handlungsvollzüge in der Sozialen Arbeit hat.
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1 Soziale Arbeit wurzelt geschichtlich sowohl in der christlich-caritativen als auch in der
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bürgerlich disziplinierenden Tradition und ist somit seit jeher moralischen Erwartungen verpflichtet. Dementsprechend wurde die Soziale Arbeit auch schon als »Moralische Profession« bezeichnet (Pantuček/Vyslouzil 1999). Moralische Überheblichkeit
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und damit einhergehender Machtmissbrauch gegenüber Adressatinnen und Adressaten
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Sozialer Arbeit wurden in der Folge aber auch kritisiert (z. B. Thiersch 1987). Aus systemtheoretischer Sicht ist eine Orientierung an moralischen Prämissen sogar absolut
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unvereinbar mit Professionalität (Fuchs 2004).
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