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• mit schwieriger Kindheit und einem biographischem Muster sozialen Rückzugs • seit über zwei Jahren ohne Erwerbsarbeit, mit aktuell sehr geringer Arbeitsfähigkeit, der keinerlei berufliche Ambitionen äußert • dessen zurückgezogene Lebensweise ohne soziale Kontakte beim Team Betroffenheit und Ratlosigkeit auslöst. Erklärungsbedürftig darin erscheinen insbesondere die Themen soziale Kontaktlosigkeit/sozialer Rückzug sowie fehlende berufliche Ambitionen. Wahl geeigneter Wissensbestände Angesichts der schwierigen Entwicklungsbedingungen und des Lebensalters scheint die Wahl einer Entwicklungstheorie für einen Teil des Themas adäquat. Die beteiligten Personen, Mutter, Professionelle und auch der Klient P. beurteilen seinen Rückzug als problematisch, es ist für ihn – wie er selbst ausdrückt – ein Versuch, mit dem großen Erwartungsdruck umgehen zu können. Aus diesem Grund ist an einen Erklärungszugang zu denken, der dieses Bewältigungsverhalten thematisiert. Wählbar scheint aus diesem Grund u. a. das Bewältigungskonzept von Lothar Böhnisch oder das Konzept der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch. Die Aussage von P. (dass ihm jedes Mal dasselbe widerfahre: Wenn er nicht arbeiten könne, steige der Druck, weil Professionelle und Mutter reagierten, und wenn der Druck steige, könne er noch weniger arbeiten, etc.) lässt vermuten, dass sich in seinen Bezugssystemen Dynamiken ergeben, die zusätzlich mit einer systemischen Sichtweise erhellt werden könnten. Wir wählen deshalb in diesem Fall die psychosoziale Entwicklungstheorie (vgl. Erikson 2010), das Konzept der biografischen Lebensbewältigung (vgl. Böhnisch 2008) und einen Interdisziplinär-systemischen Ansatz (vgl. Simmen et al. 2008; Hochuli Freund 2009). Fallüberlegungen gemäß dem Konzept biografischer Lebensbewältigung Geht man von diesem Konzept aus, so fällt auf, dass der Klient P. nach zwei abgebrochenen Ausbildungen und mehreren Stellenverlusten als ungelernter Maler nicht mehr Teil der Arbeitsgesellschaft ist. Dies könnte bei ihm eine Bewältigungsspannung hervorgerufen haben, auf die er mit Rückzug und täglichem Cannabiskonsum reagierte (laut seinen Aussagen er sei nach den Kündigungen für längere Zeit abgetaucht). In einem weiteren Schritt – z. B. unter Bezugnahme auf die Entwicklungstheorie von Erikson – wird dann zu erhellen sein, warum er auf diese spezifischen Bewältigungsstrategien zurückgriff und -greift. Eine andere Bewältigungsspannung öffnet sich möglicherweise dadurch, dass P. den Zuschreibungen des Lebensalters ›Junger Mann‹ (eigener Beruf, Selbstständigkeit, in Gesellschaft integriert, eigene Wohnung etc.) nicht entsprechen kann. Auch ist er in der stationären Einrichtung mit Definitionen und Deutungen konfrontiert (Angehöriger der Generation der 24-jährigen zu sein), die er möglicherweise nicht als Aufforderung,