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( Kap. 2.1.3), ist in einer ethischen Reflexion der Geltungsanspruch
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zentraler Normen von wissenschaftlichen Ansätzen kritisch zu diskutieren.
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Aus ethischer Sicht ist weiter zu fragen, welche wissenschaftstheoretische
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Grundlegung für Soziale Arbeit angemessen ist. Schließlich weisen die
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Methoden Sozialer Arbeit ethische Dimensionen auf, indem sie
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Zielsetzungen beinhalten, die in jedem Fall normativen Charakter
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aufweisen. Eine weitere Dimension umfasst die Berufsethiken von
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nationalen und internationalen Berufsverbänden, die sich auf Werte und
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Normen abstützen, die das Handeln leiten sollen. Nach Schlittmaier weisen
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diese Berufsethiken zweierlei Defizite auf, ein Begründungs- und ein
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Applikationsdefizit; er vertritt die Ansicht, dass eine Professionsethik erst
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durch einen wechselseitigen Anwendungs- und Begründungsdiskurs ihre
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Praxisrelevanz intensivieren kann (vgl. 2006:46). Becker/Müller vermerken
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in diesem Zusammenhang, dass die Berufsverbände von unterschiedlichen
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ethischen Grundhaltungen ausgehen, die zu beachten seien, kritisieren aber,
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dass diese Grundhaltungen unklar formuliert und teils unzulänglich
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begründet sind und auf einen Anwendungsdiskurs verzichten (vgl.
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2009:33 ff.).
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Eine ethische Reflexion ist in jeder Organisation Sozialer Arbeit angesagt,
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sollen deren Ziele legitimiert werden. Schließlich, hält Schlittmaier fest,
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verlangt die Klärung der Frage nach den gesellschaftlichen Funktionen
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Sozialer Arbeit eine Bewertung aus ethischer Sicht (vgl. 2006:46).
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4.1.2
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Menschenbild
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Geht man vom ungeschriebenen Recht aller Klientinnen der Sozialen Arbeit
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aus, als einmalige, einzigartige Individuen in ihren Fragestellungen und
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Problemen in Bezug auf ihre soziale Einbindung wahrgenommen und
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behandelt zu werden, ist zu fragen, von welchen Vorstellungen des
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Menschseins das Handeln in der Sozialen Arbeit geleitet werden soll. Die
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Vielfalt an Anthropologien und Glaubensvorstellungen weist darauf hin,
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dass das Wissen um den Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen
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einzubeziehen ist, soll das Wesenhafte des Menschen umfassend verstanden
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werden.
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Zunächst ist festzuhalten, dass der Mensch nicht als eine feste
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unveränderbare Größe betrachtet, sondern nur in seinem kontinuierlichen
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Werden verstanden werden kann. Dieses menschliche Werden steht in
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Wechselwirkung mit der natürlichen und sozialen Umwelt, die sich
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ebenfalls in einem ständigen Prozess der Weiterentwicklung befindet. Aus
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den Bedingungen der Vergangenheit kann sich der Mensch nach Bock jeden
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Augenblick neu in die Zukunft hinein entwerfen (vgl. 1984:18). Das
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Vergangene kann dabei als das aufgefasst werden, was man an Wissen
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erworben und verstanden hat, wodurch man geprägt bzw. wie man
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sozialisiert wurde, worüber ein Bewusstsein existiert und über das
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reflektiert werden kann. Menschsein ist demnach zunächst einmal geprägt
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von Verstehens- und Bewusstseinsprozessen und dem, was die Psychologie
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als ›Selbst‹ bezeichnet (vgl. Friedrich:2001:133). Der Begriff Selbst
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bezeichnet in diesem Zusammenhang das Sein des Menschen in seiner
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Gesamtheit, das nur in seiner Lebensgeschichte als fassbare Dimension
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beschreibbar ist. Nach Knapp ist das Selbst zeitlebens in einem potentiellen
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