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Hochuli Freund

31.7.17 S. 162

Teil 2 Arbeitsfeldspezifische Konkretisierungen und Arbeitsmaterialien

3

Veränderung der bisherigen Angebote

Neben der Entwicklung des neuen Angebots Kooperative Bedarfsermittlung (KB) ging es in der zweiten Projektphase um die Einführung von KPG in den gesamten Wohnbereich und um die bereichsspezifische Umgestaltung der bestehenden Angebote. In den nächsten Abschnitten werden der Prozess wie auch die vorgenommenen Veränderungen in der Ambulanten Wohnbegleitung, den stationären Wohnangeboten und im Aufnahmeverfahren beschrieben.

3.1

Ambulante Wohnbegleitung

Im ambulanten Wohnbereich werden rund hundert Frauen und Männer in Einzel- und Paarwohnungen sowie kleinen Wohngemeinschaften individuell bei der Bewältigung aller Alltagsanforderungen unterstützt. Drei Teams begleiten die Klientinnen als persönliche Ansprechpersonen und durch regelmässige Hausbesuche. In der Ambulanten Wohnbegleitung fanden in der Gesamtgruppe der Mitarbeitenden (alle drei Teams) innerhalb von vier Monaten insgesamt vier Schulungen statt. Aufbauend auf die Gesamtschulungen zu den einzelnen Prozessschritten (siehe Kap. 1) wurden hier schwerpunktmässig die Prozessschritte Analyse, Diagnose und Ziele bearbeitet. Bei der Schulung zu Analyse ging es neben der Bedeutung des Prozessschritts beispielsweise allgemein darum, Durchführungsmöglichkeiten einer kooperativen Analyse zu skizzieren und zu erproben sowie zu erarbeiten, wie auf dieser Basis schliesslich eine strukturierte Auswertung vorzunehmen ist, um die fallbezogenen Erkenntnisse zu verdichten. Gearbeitet wurde mit unterschiedlichen Analysemethoden: den Notationssystemen Silhouette, Zeitstrahl, Netzwerkkarte und Genogramm sowie dem H. M. B.-W.-Bogen (siehe Kap. 2.1). Um die Arbeit mit diesen Instrumenten zu unterstützen und insbesondere deren strukturierte Auswertung einzuüben, haben in den Zeiträumen zwischen den Schulungen in den drei Teams jeweils durch eine Mitarbeiterin der FHNW moderierte Fallbesprechungen stattgefunden. Hier ging es darum, nach einer kurzen Falldarstellung der Falleinbringerin die dokumentierte Analyse kurz vorzustellen, diese gemeinsam mit dem Team auszuwerten und Überlegungen für die Weiterarbeit anzustellen, sei dies für die Diagnose oder die Ziele. Auch wurde jeweils thematisiert, wie die neuen Erkenntnisse zum Klienten zurückfliessen können. Dabei war es einerseits Thema, wie dies mit Menschen mit Beeinträchtigungen kommuniziert werden kann, andererseits ging es aber auch darum, Klientinnen etwas zuzumuten und die Erkenntnisse des Teams im Sinne einer Schonung nicht einfach zurückzuhalten. Diese Fallbesprechungen waren eine sinnvolle Ergänzung zu den Schulungen. Es war sehr wichtig die Methoden ganz konkret an und mit den eigenen Klienten anzuwenden um wirklich neue Erkenntnisse zu gewinnen. So wurde beispielsweise ein vermeintlich schwieriges und/oder antisoziales Verhalten plötzlich als innerhalb der Lebensgeschichte 162