2026-001/documents/arbeit/pages/297.md
KPG Mentor 0cec1b5740 feat: extract individual page markdown files from PDFs
Generated pages/ subfolders for all documents:
- arbeit: 386 pages
- praxis: 297 pages
- EPG: 11 pages

Page numbers are 0-based PDF indices matching the book viewer.
Extracted using pdftotext.
2026-03-05 11:13:56 +00:00

45 lines
2.8 KiB
Markdown
Raw Blame History

This file contains ambiguous Unicode characters

This file contains Unicode characters that might be confused with other characters. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.

Planerinnen
• fassen nach ihm solche Ziele ins Auge, die sie erreichen können und die
zugleich so bedeutsam sind, dass sie Energien mobilisieren,
• haben bei der Planung stets die zur Verfügung stehenden Mittel im Blick
(Zeit, Kompetenzen, Geld),
• knüpfen an bereits vorhandene Planungen anderer Prozessteilnehmer an
und ermöglichen so Planung mit Konsens in Bezug auf Ziele und Mittel,
• visieren ein Fernziel an, bauen in den Planungsprozess Feinziele und
Etappen ein, die auch erlauben, das halb erreichte Ziel als Erfolg zu feiern,
und sie planen die Möglichkeit zu scheitern bereits aktiv mit ein und
wissen im Voraus, was sie dann tun werden,
• verfügen über ein doppeltes Steuerungsverständnis, indem sie die
Differenz zwischen Ist- und Soll-Zustand immer wieder von beiden Seiten
her überprüfen (was getan werden muss für eine Annäherung an den
Sollzustand ebenso wie die Angemessenheit des angestrebten SollZustandes) (vgl. ebd.:8 f.).
Bei der Kompetenz zu planen bleibt vorerst offen, wie sie mit der
Kompetenz zur Kooperation verbunden wird ( Kap. 12.3). Grundsätzlich
müssen Professionelle in der Lage sein, Unterstützungsprozesse zu planen
im Wissen um die Eigendynamik von Bildungsprozessen und um die
Ergebnisoffenheit der Interventionen. Dabei ist es wenig sinnvoll, einen
Interventionsplan zu entwickeln, der über einen längeren Zeitraum hinweg
bis in Details durchstrukturiert ist. Vielmehr wird ein Interventionskonzept
entwickelt, das kontinuierlich konkretisiert wird im Sinne einer rollenden
Planung (vgl. u. a. Lüttringhaus/Streich 2007:140 f.). Dabei wird lediglich
die erste Interventionsphase geplant, weitere Phasen werden zunächst nur
skizziert und erst nach der Zwischenevaluation der ersten Phase
fortlaufend weiter spezifiziert.
Organisations- und fallbezogene Handlungslogik
In vielen Organisationen basiert Interventionsplanung auf standardisierten
Prozessabläufen und Phasenmodellen, welche die Arbeit mit Klienten
vereinfachen und vereinheitlichen sollen.
Zwei Beispiele: In einer Sozialberatung ist der Prozessablauf
folgendermaßen definiert. Im Intake werden in einem oder zwei
Beratungsgesprächen Problematik, Hilfebedarf und -anspruch geklärt.
Anschließend gibt es drei mögliche Interventionsvarianten: Der Klient
wird intern an eine der spezifischen Beratungsstellen weiterverwiesen,
oder der Fall wird abgeschlossen, weil kein Anspruch besteht, oder er
wird an ein anderes Hilfesystem überwiesen. In einer stationären
Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe besteht ein sog. Stufenplan,
welcher den Aufenthalt von Klienten strukturiert. Es werden
verschiedene Aufenthaltsphasen unterschieden, die idealtypisch eine
bestimmte Zeit umfassen und für die Rechte, Pflichten und vor allem
spezifische Verhaltensanforderungen für einen sog. Stufenübertritt
definiert sind.