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erarbeitet werden konnte, was die Autonomie einschränkt oder die soziale
Integration gefährdet, kann mit der gezielten Konstruktion von Lösungen
begonnen werden. Geht es im geschützten Rahmen einer Therapie darum,
aufgrund von Schilderungen einer Kundin Lösungen kommunikativ zu
konstruieren, die sie anschließend in ihren Lebensbereichen realisiert, so
bestehen im Alltag der Sozialen Arbeit vielfältigere Kommunikations- und
Interaktionsmöglichkeiten (wie z. B. Beobachtungen in gemeinsam
ausgeführten Tätigkeiten in der Arbeit mit kognitiv schwer
beeinträchtigten Menschen und auch mit kleineren Kindern ist dies sogar
die einzige Informationsbasis, Kap. 8.3.2). Diese bilden eine breitere
Basis für die Suche nach Lösungen, bei deren Umsetzung Klienten nicht wie
nach der Therapie auf sich allein gestellt sind, sondern oft begleitet und
unterstützt werden. Die Arbeit mit dem lösungsorientierten Ansatz kann
gewinnbringend sein, wenn dadurch Klientinnen ermöglicht wird, mittels
einer anderen Denk- und Herangehensweise Strategien für eine
gelingendere Alltagsbewältigung zu entwickeln (vgl. Hochuli Freund/Stotz
2009:5). Die Arbeit mit dem lösungsorientierten Ansatz kann Klienten
motivieren, mehr Eigenverantwortung für ihr Leben zu übernehmen. Er
kann Professionellen u. a. bei der Überprüfung dienen, ob der gewählte
Rahmen den Klienten den Status von Kompetenz zugesteht (vgl. Durrant
2004).
Das Zürcher Ressourcen Modell (ZRM)
Unsere Ausführungen zum ZRM basieren auf den Arbeiten von Maja Storch
und Frank Krause. Die Autoren haben ein allgemeinpsychologisches Modell
sowie ein damit einhergehendes Training entwickelt, das Fachpersonen in
unterschiedlichsten Kontexten Orientierung darin bieten kann, andere
Menschen in ihrem selbstbestimmten Handeln zu begleiten und
unterstützen. Das Training versteht sich damit als Psychoedukation im
Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe und eignet sich als Basisintervention in der
Prävention (vgl. Storch/Krause 2017:19).
Die drei wichtigsten Kennzeichen des theoretischen Modells sowie des
Trainings sind Integrationsabsichten, Ressourcenaktivierung und
Transfereffizienz (vgl. ebd.:20). Unter dem Titel Integrationsabsichten
bezeichnen sich die Autoren selbst als Wanderer zwischen
unterschiedlichen Welten: sowohl zwischen Wissenschaft und Praxis wie
auch zwischen den verschiedenen Schulen der Psychologie (die entweder
die Bedeutung von Körperarbeit oder aber von Kognitionen betonen). In
ihrem Modell integrieren sie die für ihren Kontext wichtigsten Elemente, die
neben ihrem ausgewiesenen praktischen Nutzen auch empirisch validiert
sind. Mit der Ressourcenaktivierung setzen die beiden Autoren am Gegenpol
der üblichen Problemperspektive an, da Ressourcen aus ihrer Sicht nur aus
einer konsequenten Ressourcenperspektive heraus aktiviert werden
können (vgl. ebd.:21 ff.). Schließlich soll gemäß ZRM die sogenannte
Transfereffizienz gesteigert werden, d. h. das, was in einer Aus- oder
Weiterbildung neu gelernt wurde, soll auch auf aktuelle berufliche
und/oder private Situationen übertragen werden können. Im Zentrum
stehen dabei Motivation, Ressourcen und Social Support der Teilnehmenden
sowie ihre Unabhängigkeit von Experten. Wichtig ist auch das Wissen aus
neurowissenschaftlicher Forschung zur Entstehung und