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Gemeinwesenarbeit, die für die direkte Arbeit mit Klienten einsetzbar waren
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( Kap. 2.1). Neben diesen drei primären Methoden galten Supervision zur
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fachlichen Verbesserung der Arbeit der Professionellen und Sozialplanung
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zur strukturellen Verbesserung der Lebenslagen als sekundäre Methoden,
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die indirekte Verwendung erfuhren (vgl. Krauss 2006:126). Im Anschluss an
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die flächendeckende Methodenkritik anlässlich der Studentenbewegung in
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den 1970er Jahren wurde der Begriff der Methode durch den der
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Orientierungen ersetzt (wie z. B. emanzipatorische Orientierung oder
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stadtteilbezogene Bedürfnis- und Alltagsorientierung). Allerdings erwiesen
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sich diese Orientierungen im professionellen Alltag als wenig hilfreich, weil
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sich daraus keine brauchbaren Arbeitsformen ableiten ließen. In der Folge
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setzte im sog. ›Psychoboom‹ der 1980er Jahre eine Orientierung an
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therapeutischen Methoden ein. Im Zuge der Individualisierung und der
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zunehmenden sozialen Ungleichheit mit den z. T. ganz neuen
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Anforderungen an die Soziale Arbeit entwickelte sich bis zum heutigen Tag
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in den unterschiedlichen Praxisfeldern eine Vielzahl von Methoden und
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Handlungsformen. Ihnen gemeinsam ist das Streben nach Professionalität,
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eine weitergehende Beteiligung der Klienten als bei den klassischen
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Methoden und z. T. das Arbeiten nach Konzepten (wie z. B. nach der
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Lebensweltorientierung nach Thiersch 1985). Aufgrund dieser
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Methodenspezialisierung, die das Spektrum an Handlungs- und
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Interventionsmöglichkeiten erweitert hat, ist in der Sozialen Arbeit ein
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Methodenpluralismus fest zu stellen, der als eine Antwort auf die
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unterschiedlichen Anliegen, Lebensformen, Problemstellungen und
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Zielsetzungen anzusehen ist. Der Einsatz von angemessenen Methoden
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fordert demnach u. a. eine ständige Reflexion des professionellen Handelns.
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Diese ist in vielen Organisationen in Form von Supervision, Intervision,
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Organisationsentwicklung o. ä. institutionalisiert und trägt dazu bei, die
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Adäquatheit der angewendeten Methoden zu überprüfen.
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Es gibt einige wenige Versuche, die unterschiedlichen Methoden nach
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bestimmten Kriterien zu ordnen, um einen Überblick über das
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Methodenrepertoire in der Sozialen Arbeit zu gewinnen (vgl. Krauss 2006;
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Stimmer 2012). Galuske versucht, Methoden und Konzepte nach
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inhaltlichen Kriterien zu strukturieren. Er unterscheidet zwischen
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klientenbezogenen, indirekt interventionsbezogenen und struktur- und
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organisationsbezogenen Konzepten und Methoden (vgl. 2013:167 ff.). Diese
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Übersicht schafft zwar eine gewisse Orientierung, führt aber zu einer
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Vermischung von Konzepten mit programmatischem (wie z. B. Lebenswelt,
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Lebenslage) oder handlungsleitendem Charakter (wie z. B. konfrontative
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Pädagogik, Themenzentrierte Interaktion), mit Methoden (wie z. B.
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Beratung, Familienhilfe) oder Methodiken (wie z. B. multiperspektivische
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Fallarbeit oder Kooperative Prozessgestaltung) oder einzelnen
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Prozessschritten (wie z. B. Interventionsplanung oder Evaluation). Wir
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schlagen deshalb vor, in einer Systematik ausschließlich Methoden
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aufzunehmen und diese im Hinblick auf ihren Zweck und ihre Zielsetzung
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einzuordnen. Das in Kapitel 7 vorgestellte Konzept ›Kooperative
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Prozessgestaltung‹ bildet hierzu eine u. E. sinnvolle Struktur, weil sie eine
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inhaltliche Fokussierung erlaubt. Entlang der sieben Prozessschritte können
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Methoden zugeordnet werden ( Kap. 8–14). So kann z. B. beim
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Prozessschritt ›Situationserfassung‹ aufgrund der Datenlage, der
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Vorgeschichte und den Kooperationsmöglichkeiten überlegt werden, ob sich
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