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Hochuli Freund
31.7.17 S. 26
Teil 1 Konzeptionelle Grundlagen
330). Auf Grund dieser Erkenntnisse wurde das Konzept eines professionellen
Habitus entwickelt.
»Der Habitusbegriff soll hier als Gesamtheit einer verinnerlichten psychischen Struktur
gelten, die auf der Ebene des Unbewussten zentrale Persönlichkeitsmerkmale enthält
und als generative Grammatik, Wahrnehmen, Denken und Handeln bestimmt.«
(Ebd.:22)
Der professionelle Habitus ist ein Teil des gesamten Habitus einer Person. Damit dieser gebildet werden kann, müssen die Handlungsanforderungen Sozialer
Arbeit bewusstgemacht, die eigenen Haltungen dementsprechend angepasst
und eine professionelle Grundhaltung verinnerlicht werden (vgl. ebd.). Durch
den Habitus werden die Sozialarbeitenden befähigt, in der Praxis kompetent
vorzugehen (vgl. ebd.:21). Als notwendige Grundlage dafür werden ein Berufsethos, die Fähigkeit zur Gestaltung von Arbeitsbündnissen und die Fähigkeit
des Fallverstehens angesehen (vgl. ebd.:2226).
Silvia Staub-Bernasconi führt »Fragestellungen einer allgemeinen normativen
Handlungstheorie professionellen Handelns« (2007:204) auf und versteht den
gekonnten Umgang damit als kognitive Schlüsselkompetenzen der Praxis Sozialer Arbeit. Bei den Fragen geht es, um
• die Beschreibung des Problems und der Ausgangslage,
• den Hintergrund und die Entstehung der Situation und die Klärung, welches
theoretische Erklärungswissen herbeigezogen wird,
• eine Prognose und Aussage über die weitere Entwicklung,
• die Beschreibung eines Wunschzustands und Zielsetzung,
• die Bestimmung der Akteure und ihrer Funktion,
• die Ermittlung der zu Verfügung stehenden Möglichkeiten und Ressourcen,
• Entscheidungen und konkrete Planung,
• die Auswahl von zu verwendenden Handlungstheorien und Methoden und
• die Überprüfung der Ziele, der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit (vgl.
ebd.:204f.).
Kitty Cassée zählt fünf professionelle Fähigkeiten auf, die sie in jedem Praxisfeld der Sozialen Arbeit als erforderlich ansieht und als Basisfähigkeiten bezeichnet. Theoriebezug ermöglicht das eigene Handeln zu begründen und immer wieder neues Wissen anzueignen. Durch Methodenbewusstheit werden
Methoden gezielt verwendet, ihr Einsatz hinterfragt und das Handwerkszeug
erweitert. Nähe/Distanz kann im Umgang mit Klientinnen und Klienten gesteuert und reflektiert werden. Mit Kooperation/Reflexion ist die interne und
externe Zusammenarbeit und die Transparenz und Auseinandersetzung des eigenen Handelns im Team gemeint. Datensammlung/Informationsverarbeitung
bedeutet sowohl Informationen beschaffen zu können als auch diese digital und
inhaltlich sinnvoll zu bearbeiten (vgl. Cassée 2010:200).
Maja Heiner hat aus den Erkenntnissen von Interviews mit Fachkräften aus
verschiedenen Praxisfeldern sechs berufliche Anforderungen in der Sozialen Arbeit formuliert:
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