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Interventionsplanung
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In allen bisherigen Prozessschritten fanden bereits auch Interventionen
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statt: Wenn die Klientin zu einer biografischen Erzählung angeregt wird,
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wenn diagnostische Erkenntnisse besprochen oder wenn gemeinsam Ziele
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herausgearbeitet und vereinbart werden, dann sind das alles bereits
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Interventionen. Von Intervention in engerem Sinne wird dann gesprochen,
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wenn auf der Grundlage einer Analyse und/oder Diagnose und im Hinblick
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auf Grobziele ein umfassender Handlungsplan entwickelt und realisiert
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wird. Dabei lassen sich zwei Phasen bzw. Prozessschritte unterscheiden: die
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Interventionsplanung – welche in diesem Kapitel thematisiert wird – und
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die daran anschließende Umsetzung (Interventionsdurchführung,
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Kap. 13). Im Folgenden werden nach einer Begriffsklärung die Aufgabe des
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Prozessschrittes Interventionsplanung und die unterschiedlichen
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Interventionsmodi und -typen dargelegt. Die Idee der Planbarkeit wird
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kritisch reflektiert und die Kooperation mit Klientinnen bei diesem
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Prozessschritt dargelegt. Es wird auf die Bedeutung von Konzepten und
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Methoden für spezifische Probleme und den aktuellen Stand
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empiriebasierter Methoden in der Sozialen Arbeit eingegangen. Der
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wichtigste Teil dieses Kapitels enthält das konkrete Vorgehen bei einer
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Interventionsplanung nach Kooperativer Prozessgestaltung, welches vier
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Schritte umfasst. Damit soll sichergestellt werden, dass die bisherigen
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Erkenntnisse aus der Prozessgestaltung bei der Interventionsplanung
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berücksichtigt werden und auch ganz neue Ideen entstehen können.
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12.1
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Aufgabe und Formen
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Seit einigen Jahren hat sich Intervention als neuer Oberbegriff für geplantes
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zielgerichtetes Handeln in der Sozialen Arbeit eingebürgert (vgl. Hochuli
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Freund 2005:91). Intervention kommt vom lateinischen Wort ›intervenire‹,
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welches ›dazwischenkommen‹, ›dazwischentreten‹ bedeutet. Müller
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interpretiert Intervention auf diesem Hintergrund als ein vermittelndes
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Dazwischentreten zwischen eine Person und ihr Problem (vgl. 2017:75).
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Intervention meint demnach immer auch ›Einmischung‹ in einen Fall und
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damit in das Leben anderer Menschen (vgl. ebd.:140). Unter Planung wird
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allgemein ein intentionales, zukunftsgerichtetes Überlegen und Handeln
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verstanden; in der Sozialen Arbeit wird damit »ein spezifischer, gegenüber
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dem sonstigen Handeln hervorgehobener zukunftsbezogener
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Reflexionsmodus bezeichnet« (Merchel 2005:1364). Unter
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Interventionsplanung kann demnach ein zukunftsbezogenes, zielgerichtetes
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Nachdenken darüber, was in einem Fall zu tun ist, verstanden werden. Der
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