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geraumer Zeit im fachlichen Diskurs eine hohe Bedeutung beigemessen wird. In beiden Konzepten, die aus psychosozialen Nachbarsdisziplinen stammen, für die Soziale Arbeit jedoch eine große Relevanz haben, sind Ziele prominent verankert. Lösungsorientierung Bezüglich lösungsorientiertem Arbeiten beziehen sich unsere Ausführungen auf das Modell der Kurzzeittherapie, das Steve de Shazer und Insoo Kim Berg im ›Brief Familiy Therapy Centre‹ in Milwaukee entwickelt haben. De Shazer et al. suchen in der lösungsorientierten Arbeit mit Klienten nach Situationen, in denen ein bestimmtes Problem nicht aufgetaucht ist. Sie gehen davon aus, dass das Forschen nach Erklärungen für das Auftreten eines Problems irrelevant sei, weil keine kausalen Zusammenhänge zwischen Entstehungskontext, Problem und der Lösung des Problems festzustellen seien. Hingegen sei davon auszugehen, dass es für jedes Problem eine begrenzte Auswahl an Strategien der Lösungsfindung gebe. Kurzzeittherapie kann deshalb als Typologie der Lösungsfindung bezeichnet werden. Eine weitere Grundannahme besteht darin, dass jede Veränderung im Verhalten, Denken, Fühlen oder (in) der Situation zu einer Veränderung und damit zu einer Lösung führen kann. Daraus leitet de Shazer die sog. Multifinalität ab, nach der es für ein Problem stets mehrere mögliche Lösungen gibt (vgl. de Shazer 2006:40; Hochuli Freund/Stotz 2009:2). Wichtig ist es, mit Klientinnen in einen lösungsbezogenen Austausch zu kommen, um die Aufmerksamkeit auf Gelingendes, auf Ressourcen zu lenken. Ziel ist das Entwickeln von gelingenden Bewältigungs- und Lösungsmustern, die zur Klientin und deren Kontext passen. Hintergrund des Ansatzes bildet der Konstruktivismus. In der Art und Weise wie der Mensch seine Wirklichkeit konstruiert, kann er sie auch im Sinne von Lösungsorientierung verändern, neugestalten. Ein neuer Denk-Rahmen (›frame‹) ermöglicht andere Zugänge, Gefühle, Gedanken, eröffnet Perspektiven, die anderes Verhalten ermöglichen. Das bedeutet für den therapeutischen Prozess, dass sich der Prozess der Lösungskonstruktion modellieren lässt. Dabei geht die Kurzzeittherapie zunächst davon aus, herauszufinden, was der Klient will. In einem zweiten Schritt wird gemeinsam danach gesucht, was funktioniert, und der Klient wird darin bestärkt, mehr davon zu tun. Sollte der Klient etwas machen, das nicht funktioniert, hat der Therapeut ihn zu motivieren, etwas Anderes zu machen (vgl. Walter/Peller 2004:22 ff.). Beim Arbeiten mit dem Lösungsorientierten Ansatz in der Sozialen Arbeit sind gewisse Strukturbedingungen wie Auftrag und Setting zu berücksichtigen. Unter den Klientinnen finden sich oftmals Menschen, die nicht freiwillig die Dienste der Sozialen Arbeit in Anspruch nehmen, in ihrem Eigensinn verharren, ohne erkennbares eigenes Anliegen und ohne eigene Problemsicht sind. Während in einer Therapie einzig die Patientin oder Kundin einen Auftrag erteilt, finden sich in der Sozialen Arbeit meist mehrere Auftraggeber mit unterschiedlichen Anliegen ( Kap. 8.1). Im Gegensatz zur Kurzzeittherapie, wo der Problemerörterung keine Bedeutung zukommt und keine Diagnostik betrieben wird, stellen die Problemdefinition und -erhellung wichtige Schritte in der Gestaltung von Unterstützungsprozessen in der Sozialen Arbeit dar. Erst wenn gemeinsam