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Hochuli Freund
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31.7.17 S. 202
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Teil 2 Arbeitsfeldspezifische Konkretisierungen und Arbeitsmaterialien
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Variante mit Klienten(-System):
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Perspektivenanalyse
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Systematische Beurteilung von
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Ressourcen/Kompetenzen
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Tab. 4: Fallbesprechung Analyse – Fortsetzung
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Hier erfolgt die Einschätzung von Kompetenzen und Ressourcen von
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Klientin X systematisch entlang eines Bogens, z. B. Kompetenzentwicklung von 12- bis 18-jährigen Jugendlichen (Cassée 2010), oder entlang der
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Lebensbereiche eines ICF-Analyserasters.
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• Gemeinsam eine vollständige Einschätzung vornehmen (evtl. auf
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Grund der Vorarbeit des Falleinbringers).
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• Es wird eine gemeinsame Auswertung durchgeführt: Was fällt auf? Wo
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liegen Stärken und Entwicklungsbedarf von Klientin X?
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® zwei bis vier konstatierende Hypothesen formulieren.12
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Weitere Vorgehensvariante:
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Ein entsprechender Bogen kann auch als grobe Vorlage genutzt werden
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um in die Runde zu fragen:
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• In welchen drei (Kompetenz- bzw. Lebens-)Bereichen seht ihr die Stärken von Klientin X, in welchen zwei Bereichen einen Entwicklungsbedarf (und z. T. klebt jeder seine Punkte entsprechend auf)?
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• Auswertung (wie oben): Wo sieht das Team insgesamt Stärken, wo den
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Entwicklungsbedarf?
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® konstatierende Hypothesen formulieren.
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Die beiden letzten Varianten können auch gemeinsam mit dem ganzen
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Hilfesystem durchgeführt werden. Oft wird eine solche Besprechung
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›Standortgespräch‹ genannt.
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Die verschiedenen Sichtweisen können beispielsweise folgendermassen
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erfragt werden13 (die Fragen an den Klienten selber werden entsprechend umformuliert):
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• Was ist Ihre Geschichte mit dem Klienten? Was haben Sie zusammen
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erlebt?
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• Welches sind Ihre Träume für den Klienten? Was wünsche Sie sich, was
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sich für ihn verändert/er erreicht? (Frage an den Klienten: Was
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wünschst Du Dir, dass Du erreichen kannst?)
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• Und welches sind Ihre Albträume, ihre schlimmsten Befürchtungen,
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was passieren könnte?
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• Wo sehen Sie seine Stärken? Was kann er sehr gut?
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• Was erachten Sie als schwierig? Was möchten Sie, dass sich verändert/
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er verändern kann?
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Schritt 2: Fallthematik und Folgerungen
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Die Ergebnisse der Analyse, d. h. alle konstatierenden Hypothesen werden noch einmal
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gesichtet und gewichtet, und die wichtigsten Aspekte werden in der sog. Fallthematik
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zusammengefasst. 14
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12 Anmerkung: Wie immer geht es der Hypothesenbildung um Feststellungen, noch nicht
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um Erklärungen.
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13 Vgl. Boban/Hinz 2000:136, Hochuli Freund 2013.
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14 Aus den zentralen Aspekten der wesentlich scheinenden konstatierenden Hypothesen
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(und mit den wichtigsten Daten zur Person aus der Situationserfassung) wird eine
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Fallthematik herausgearbeitet. Hier wird auf den Punkt gebracht, um was es in einem
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Fall geht, was erklärungsbedürftig erscheint (Diagnose) oder wo es bereits Ansatzpunkte für die Handlungsphase (Ziele) gibt. – Zu Hypothesenbildung und Fallthematik siehe Hochuli Freund/Stotz 2015:180f. und den Beitrag von Sprenger-Ursprung in
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diesem Band.
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