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sie Sozialpädagogen dazu verhilft, weniger in widersprüchliche Situationen
zu geraten und sich aus der diffusen Allzuständigkeit zu lösen, kann sie
Sicherheit im Handeln schaffen.
Ein Lehrbuch mit dem Anspruch, methodenintegrativ zu sein, d. h.
unterschiedliche, aktuell relevante Methoden in der Sozialen Arbeit
vorzustellen und diese in eine eigene Systematik einzugliedern und
einzupassen, setzt sich zwangsläufig dem Eklektizismus-Vorwurf aus.
Manche Methoden sind explizit als solche, d. h. als Methoden entwickelt
worden (z. B. systematische Beobachtung, Kap. 8.5; Sozialpädagogische
Risiko-Ressourcenanalyse, Kap. 9.5.3) und lassen sich daher sehr gut in
ein umfassendes Konzept integrieren. Andere der im Rahmen eines
Prozessschrittes vorgestellten Methoden sind Bestandteil einer
eigenständigen Theorie (z. B. die Problem- und Machtquellen bzw.
Ressourcen-Analyse nach Staub-Bernasconi, Kap. 9.7.1), welche bei der
Eingliederung in die Systematik Kooperativer Prozessgestaltung nicht
berücksichtig wird. Wir nehmen dies im Hinblick auf den Versuch und
Vorteil eines umfassenden, methodenintegrativen Konzepts in Kauf.
Der andere grundlegende Anspruch des Konzepts besteht in ihrer Eignung
für den praxisfeldübergreifenden Einsatz in unterschiedlichsten
Organisationen der Sozialen Arbeit. Dies bedingt einen gewissen
Abstraktionsgrad in der Darstellung. Und es entbindet Professionelle nicht
von der Aufgabe, in einem konkreten Fall innerhalb einer spezifischen
Organisation geeignete Methoden und Instrumente auszuwählen (vgl.
Hochuli Freund 2011:34). Auf der Grundlage des Konzepts Kooperativer
Prozessgestaltung lässt sich jedoch organisationsspezifisch ein Set von
Methoden, Techniken und Instrumenten konkretisieren. Das stellt eine
spannende Aufgabe im Rahmen von Organisations- und
Konzeptentwicklung dar. In den letzten Jahren haben wir denn auch in
verschiedenen Forschungs- und Entwicklungsprojekten sowie
Dienstleistungen gemeinsam mit Praktikerinnen und Praxisorganisationen
darüber nachgedacht und daran gearbeitet, wie unser Konzept für einzelne
Arbeitsfelder und Organisationen konkretisiert werden kann (vgl. u. a.
Hochuli Freund et al. 2018, Gebert et al. 2017, Sprenger-Ursprung et al.
2017). Ergänzend dazu wurde eine auf Kooperativer Prozessgestaltung
basierende Fallführungs-Software entwickelt (Hochuli
Freund/Broccard/Gebert 2020). Bei den Projekten zur Entwicklung und
Implementierung von Kooperativer Prozessgestaltung geht es sowohl um
Fragen der professionellen Grundhaltung wie auch um Veränderungen von
Routinen und Praktiken: z. B. darum, viel mehr mit Klienten zusammen zu
arbeiten, Gefäße des gemeinsamen strukturierten Nachdenkens auf der
Fachebene zu schaffen (z. B. durch institutionalisierte Fallbesprechungen zu
Analyse und Diagnose), Erkenntnisse aus der Prozessgestaltung in
prägnanter Form festzuhalten (u. a. Fallthematik, Arbeitshypothese). Als
vielleicht größte Herausforderung erweist sich dabei der Übergang von der
analytisch-diagnostischen zur Handlungsphase: Analyse- und
diagnosebasiert gemeinsam mit Klienten Grobziele zu formulieren, die für
sie bedeutsam sind sowie die Interventionsplanung auf den bisher
erarbeiteten Erkenntnissen aufzubauen das ist vielerorts ein neues
Vorgehen, das vieler Übung bedarf. Voraussetzung hierfür sind nicht nur