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erster, zweiter, vierter und fünfter Stufe. An dieser Stelle beziehen wir uns
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vor allem auf die fünfte Stufe, die Erikson mit ›Identität versus
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Identitätsdiffusion‹ bezeichnet. Gelingt die Bewältigung dieser Stufe
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nicht, kann es nach Erikson u. a. zu Gefühlen von Identitätsdiffusion
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kommen, bei der ein adoleszenter Mensch keine Perspektive für sich sieht
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(vgl. Erikson 2010:114). Das in der zweiten Stufe wohl wenig entwickelte
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Gefühl von Autonomie (nach zu abrupt erfolgter und zu früher Loslösung
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von Vater und Mutter) konnte auch in der Pubertät wahrscheinlich nicht
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gestärkt werden (angesichts der Situation, dass er ab dem 9. Lebensjahr
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in einer sehr strenggläubigen Pflegefamilie lebte, die ihm zwar Halt gab,
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ihn aber stark bevormundete und ihm wenig Freiheiten gewährte. Denn
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aufgrund seiner Geschichte war er von seinem Vormund als ›gefährdet
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vor fremden Einflüssen‹ eingestuft worden). Auch ist anzunehmen, dass
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er das in der dritten Stufe wenig entwickelte Vertrauen in sich selbst bei
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seinen beruflichen Misserfolgen (zwei abgebrochene Berufsausbildungen,
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nie länger als drei Monate an einer Arbeitsstelle tätig) nicht hat festigen
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können. Zu erfahren, dass die Außenwelt von einem 15- oder 16-jährigen
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Jugendlichen bestimmte Leistungen verlangt, stand sehr wahrscheinlich
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im Widerspruch zu seinem großen Bedürfnis nach Verständnis und nach
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echtem Ernst- und Angenommensein (seinen Aussagen gemäß sei bei den
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Pflegeeltern äußerlich alles in Ordnung gewesen, er habe aber nur Kälte,
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Mitleid oder Strenge empfunden statt echtes Verständnis. In der Pubertät
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sei es dann ganz schlimm geworden, weil die Pflegeeltern immer strenger
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geworden seien. Da habe er heimlich zu kiffen begonnen). Seine
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Äußerungen, dass er sich als 24-jähriger Mann als Niemand einstuft, der
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von allen abhängig ist, lassen darauf schließen, dass er kaum eine
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Identität als junger Mann ausgebildet hat und sich in ihm kein stabiles,
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verlässliches Selbstgefühl hat entwickeln können. Wenn man seine
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Biografie ab dem 15. Lebensjahr betrachtet, stellt man fest, dass in
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keinem Bereich (Arbeit, Wohnort, Freundeskreis, Freizeitbeschäftigung
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etc.) eine Beständigkeit feststellbar ist. Das lässt darauf schließen, dass
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das Gefühl der Identitätsdiffusion andauert, sich für ihn die Perspektiven
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zunehmend verengen und er dadurch noch mehr verunsichert wird. In
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der Folge traut er sich immer weniger zu und das könnte seine
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Rückzugstendenzen verstärken.
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Erklärende Hypothesen (psychosoziale Entwicklungstheorie):
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Aus diesen Fallüberlegungen lassen sich folgende erklärende Hypothesen
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ableiten:
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• Weil P. das in seiner Kindheit wenig entwickelte Gefühl von Autonomie
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und Vertrauen in sich selbst in der Adoleszenz (aufgrund von
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Misserfolgen im Beruf wie auch infolge wenig stabiler Strukturen und
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Bestätigungsmöglichkeiten) nicht hat festigen können, erlebt er auch
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aktuell immer wieder einen Widerspruch zwischen den sozialen
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Anforderungen und der eigenen Bedürftigkeit und zieht sich zurück,
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um sich vor den seinem Empfinden nach nicht erfüllbaren
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Anforderungen zu schützen.
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• Weil er sich in seiner Entwicklungsstufe mit den grundlegenden Fragen
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nach seiner Identität – wer er ist und sein möchte – konfrontiert sieht
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