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(z. B. im Bereich der Arbeitsmarktintegration), die eine größere Genauigkeit
in der Erfassung bestimmter Problembereiche, gleichzeitig aber auch eine
geringe Reichweite aufweisen. Bei Letzteren werden häufig auch
computergestützte Verfahren eingesetzt (vgl. Löcherbach 2004:77, 81). Bei
der Beurteilung solcher Assessment-Instrumente ist stets die
Angemessenheit der Dimensionen kritisch zu beurteilen, die Art der
Codierung (binär oder mehrstufig) sowie die Methodisierung der
Auswertung. Bei den meisten Instrumenten wird eine
Expertinneneinschätzung vorgenommen. Aus professionsethischer Sicht ist
es allerdings unabdingbar, systematisch neben der Experten- auch die
Klientensicht zu erfassen.
9.6
Qualitative Verfahren
Neben standardisierten quantitativen Instrumenten für eine rasche
Einschätzung von Problemen und Hilfebedarf sind auch Verfahren
entwickelt worden, mit denen Daten anhand von Kategorien in qualitativer
Form (als Aussagen, Einschätzungen) erhoben werden. Sie haben entweder
einen spezifischen Fokus, wie beispielsweise Kompetenz beim Verfahren
nach Cassée, das zunächst als ausdifferenziertes Verfahren dargestellt wird;
oder sie bezwecken eine ganzheitliche Erfassung von Problemen, Risiken
und Ressourcen. Diese Verfahren sind unterschiedlich stark ausdifferenziert
und mehr oder weniger standardisiert. Die ausdifferenzierten Instrumente
integrieren teilweise auch quantitative Elemente. Wir schließen die
Ausführungen ab mit einem Hinweis auf den ganz offenen Zugang sog.
offener Analysefragen
9.6.1
Kompetenzanalyse
Nach holländischem Vorbild hat Cassée einen Zugang der
Kompetenzorientierung entwickelt, die in der Kinder- und Jugendhilfe der
Schweiz als Standard für die Leistungserbringer dienen und die
Zusammenarbeit mit dem Klientensystem sowie zwischen
unterschiedlichen Hilfesystemen strukturieren soll (vgl. Cassée 2019:15 f.).
Für verschiedene Handlungsfelder liegen inzwischen Methodiken vor, die in
manualisierter Form Vorgehensweisen und Standards beschreiben und
Instrumente, Raster und Checklisten enthalten, z. B. für die
kompetenzorientierte Arbeit in stationären Settings (Cassée 2018), für die
kompetenz- und risikoorientierte Arbeit mit Familien (Cassée 2019a).
Innerhalb der umfangreichen Materialien finden sich auch viele
Instrumente für die sog. Diagnostikphase, die bei Cassée unterteilt wird in
Globalanalyse, erweiterte Analyse, Vertiefte Analyse, Diagnose und
Indikation (vgl. Cassée 2019:7). Im Folgenden soll auf das zentrale
Verfahren der Diagnostische Kompetenzanalyse eingegangen werden.
Cassée versteht Kompetenz nicht nur als situationsgebunden d. h.,
jemand verfügt über genügende Fähigkeiten und benutzt diese, um die
Aufgaben seines Alltags adäquat zu bewältigen , sondern auch als abhängig
von der Entwicklungsphase, in der sich eine Person befindet. Sie bezieht