Generated pages/ subfolders for all documents: - arbeit: 386 pages - praxis: 297 pages - EPG: 11 pages Page numbers are 0-based PDF indices matching the book viewer. Extracted using pdftotext.
50 lines
3.1 KiB
Markdown
50 lines
3.1 KiB
Markdown
genommen wird und die heute zum Selbstverständnis der Sozialen Arbeit
|
||
gehören.
|
||
Theoretische Grundlage sei überall eine bio-psycho-soziale Perspektive,
|
||
so Pauls (2013:32 ff.). Alle Theorien weisen eine inhaltliche Nähe zum
|
||
Person-in-Umwelt Modell (person-in-environment) und zum
|
||
biopsychosozialen Modell auf, konstatiert auch Röh (2018a:103). Probleme
|
||
der Lebensbewältigung werden demnach als komplexes
|
||
Interaktionsgeschehen zwischen bio-psychischen, sozialen und kulturellen
|
||
Dimensionen aufgefasst. Der besondere Zugang der Sozialen Arbeit besteht
|
||
darin, im Rahmen des biopsychosozialen Modells – das auch in anderen
|
||
Disziplinen wie Medizin und Psychologie zu den Grundlagen zählt – vor
|
||
allem die soziale Dimension auszuleuchten. Dazu gehören auf Seite der
|
||
Person alle interaktionalen Bezüge wie soziale Beziehungen und soziale
|
||
Netzwerke, auf Seite der Umwelt geht es um soziostrukturelle und
|
||
sozialökologische Aspekte.
|
||
Neben dem Blick auf die ›Person in ihrer Umwelt‹ und dem Fokus auf die
|
||
soziale Dimension kann auch Ressourcenorientierung als allgemeines
|
||
Grundprinzip der Sozialen Arbeit gelten (vgl. u. a. Buttner 2018:142,
|
||
Schubert 2018:112). Dabei geht es sowohl um die Möglichkeiten, die in der
|
||
Person selbst liegen (personale Ressourcen) wie auch um solche, welche die
|
||
Umwelt, in der ein Mensch sich bewegt, bereithält (Umweltressourcen, vgl.
|
||
Wendt 2017:32, oder auch: Schubert 2018:114 ff.). Hier geht es sowohl um
|
||
Ressourcenaktivierung (so der Titel von Flückiger/Wüsten 2015) wie auch
|
||
um Prozesse von Empowerment, wie Herriger sie in seinem Standardwerk
|
||
(2020, 1. Auflage 1993) ausführlich beschrieben hat. Das im Abschnitt oben
|
||
bereits erwähnte Prinzip ›Hilfe zur Selbsthilfe‹ hängt hiermit eng
|
||
zusammen.
|
||
Diese Prinzipien finden sich auch in der Darstellung von Wendt (2017),
|
||
der die spezifischen Orientierungen der Sozialen Arbeit folgendermaßen
|
||
zusammenfasst:
|
||
• Adressatenbezogene Perspektive, welche die Orientierung am Subjekt, an
|
||
den Ressourcen und an der Mündigkeit beinhaltet (vgl. ebd. 30 ff.)
|
||
• Systembezogene Perspektive, welche Menschen in ihrem Lebensraum und
|
||
in ihrer Lebenswelt betrachtet (ebd. 35 ff.)
|
||
• Empowerment als grundlegende Perspektive der Selbstbefähigung und
|
||
Selbstermächtigung (vgl. ebd. 39 f.)
|
||
• Handlungsorientierende Perspektive, welche die Bedeutung eines
|
||
Arbeitsbündnisses sowie von Wissen, Können und Haltung der
|
||
Professionellen beinhaltet (vgl. ebd. 47 ff.)
|
||
Diese letztgenannte Perspektive wollen wir hier aufgreifen, denn sie enthält
|
||
wichtige Prinzipien, die bisher nicht erwähnt wurden. Das Arbeitsbündnis
|
||
zwischen Sozialarbeiterin und Klient gilt als ein Kernelement
|
||
professionellen Handelns (vgl. Becker-Lenz/Müller 2009:371 f.,
|
||
Kap. 5.1.3.) Die Arbeitsweise ist dialogisch-partizipativ. Die spezifische
|
||
Arbeitsweise wird u. a. von Stimmer/Ansen (2016) ausdifferenziert in
|
||
Prinzipien professionellen (bei ihm: beraterischen) Handelns. Er nennt
|
||
dabei u. a. die Prinzipien ›Verständigungsorientiert handeln – ›Sinn
|
||
verstehen‹ – ›Ressourcen fördern‹ – ›Mehrperspektivisch denken und
|
||
handeln‹ – ›Netzwerkorientiert denken und handeln‹ (vgl. ebd.:55–113).
|